 Wenn du so eine kriegtest, so hätte sie es dir das ganze Jahr alle
Tage für und in den langen Tagen zweimal, wie gut sie es daheim gehabt hätte und
aus welchem Hause sie käme und wie bös sie es bei dir habe und wie sie doch dr
dümmst Hung gsy syg, sie hätte Andere haben können als so ein Bauernknechtlein.
Das ist meine Meinung, Uli,« sagte der Meister, »mach darneben, was du willst;
aber weil du mich gefragt hast, so rate ich es dir nicht.«
    Uli hatte ganz andächtig zugehört und sagte endlich: »So will ich denk gehen
und meine Sonntagshosen abziehen; du hast mir so eine Bauerntochter ganz
erleidet, aber du magst öppis recht haben. Wenn man eine Frau will, so muss man
nicht auf einen Knecht sehen, und ich könnte da selbst der Knecht sein und
nichts davonbringen als eine Kuppelen Kinder und eine böse Frau, die nie genug
sehen würde aus Vertünligi. Wenn du mir nicht gewehrt hättest, ich wäre gegangen
und hätte da vielleicht den Schuh noch völler herausgenommen als mit Stini oder
Ürsi. Es ist doch gut, wenn man noch jemand hat, der witziger ist, als man
selbst ist.« »Ja,« sagte der Meister, »das ist kummlich; aber dann muss man ihn
fragen und ihm glauben, sonst trägt es einem nichts ab«.
    »Du hast recht,« sagte Uli, »so witzig bin ich doch jetzt auch worden, zu
fragen und zu glauben; du sollest Dank haben.« »Ist gerne geschehen,« sagte der
Meister. »Gut Nacht.« »Gut Nacht,« antwortete Uli. »Aber los, dass du dann
niemand plauderst, was ich dir gesagt.« »Häb nit Kummer,« sagte Uli, »sellig
Sache bhäben ih für mih.«
 
                                 Elftes Kapitel
 Wie bei einem Knechte Wünsche sich bilden und wie ein rechter Meister sie ins
                                  Leben setzt
So vergingen Uli einstweilen die Heiratsflausen und er ward wieder der recht
emsige Knecht, der seinem Dienst alle Aufmerksamkeit widmete. Seine Rosse waren
die schönsten weit und breit, die Kühe glänzten, und einen solchen Mistaufen
hätte er noch nie gehabt, sagte der Meister. Wenn es einer verstehe, so könne er
mit dem gleichen Stroh fast ds Halb mehr Mist machen als ein Anderer, das sehe
man hier. Aber er hätte schon Knechte gehabt, gäb wie er es ihnen gesagt habe,
sie seien in ihrem Trapp fortgefahren und hätten gelächelt in den Maulecken. Es
mach ihn aber auch nichts täuber als so ein ybildisches Bürschchen, das nichts
verstehe und sich doch nicht wolle brichten lassen, das meine, der Meister habe
zu seiner eigenen Sache
