
so sei es heutzutage, man könne keinem Meister mehr genug arbeiten, wenn man
schon immer mache; es sei einer wüster als der andere. Lohn wollten sie je
länger je weniger geben, und das Essen werde alle Tage schlechter. Am Ende werde
man noch Erdflöh, Käfer und Heustöffel zusammenlesen müssen, wenn man Fleisch
haben wolle und etwas Schmutziges ins Kraut. »Hör, Uli,« sagte der Meister, »so
wollen wir nicht mit einander reden, du bist noch gstürmt, ich hätte noch nichts
zu dir sagen sollen. Aber du kannst mich dauern, du wärest sonst ein braver
Bursch und könntest arbeiten. Ich habe eine Zeitlang geglaubt, es gebe etwas
Rechtes aus dir, und habe mich gefreut. Aber seitdem du das Hudeln angefangen
und das Nachtgeläuf, bist du ganz ein Anderer geworden. Es ist dir an nichts
mehr gelegen, hast einen bösen Kopf, und wenn man dir, wie leicht, etwas sagt,
so hängst du einem das böse Maul an oder tublest eine ganze Woche lang. Jawohl
gibst du dich mit Schleipfen ab, und zähle darauf, du wirst unglücklich! Du musst
nicht glauben, ich wisse nicht, dass du zu Gnäggerlers Anne Lisi gehst, ihm alles
anhängst. Und das ist ja das wüstest Meitli zentum; es geht bei ihm wie in einem
Taubenhaus, es gibt sich mit je, dem Halunk ab, und da bist du ihm gerade der
Rechte für dich anzugeben, wenns gefehlt hat, kannst Kindbett halten für Andere,
dein Leben lang der Gatter vor der Türe und dein Leben lang mitten in der teuren
Zeit sein wie so viel tausend Andere, die es gerade machten wie du und jetzt im
Elend sind und in der teuren Zeit. Denn für einen, der nichts vermag, der immer
zu wenig hat, der entweder betteln oder Schulden machen oder hungern muss, währet
ja die teure Zeit, wie wohlfeil es übrigens sein mag, von Jahr zu Jahr in alle
Ewigkeit. Geh jetzt, besinne dich, und wenn du dich nicht ändern willst, so
kannst du in Gottes Namen gehen, ich begehre dich nicht mehr. Gib mir in acht
Tagen den Bescheid.«
    Da hätte er sich bald ausbsinnt und brauche nicht acht Tage dazu, brummte
Uli im Herausgehen; aber der Meister tat, als hörte er es nicht.
    Als der Meister auch hinauskam, fragte ihn die Meisterfrau wie üblich: »Was
hast du ihm gesagt, und was hat er wieder gesagt?« Er habe nichts mit ihm machen
können, antwortete der Meister. Uli sei noch ganz aufbegehrisch gewesen, hätte
den Rausch noch nicht verschlafen gehabt; es wäre besser gewesen, wenn man erst
den folgenden Tag mit ihm geredet hätte
