 habe. So machte er Uli den Kopf groß und fing allgemach an, den Dienst
ihm zu erleiden. Er deutete ihm darauf hin, wie man alles an ihn lasse, ihm
immer mehr auf bürde, ihm Sachen anmute wie sonst nirgend einem Knecht, und wie
sein Meister den Faulhund mache und ihn allenthalben am schwereren Orte nehmen
lasse. Der Meister hatte nämlich im Herbst den Uli einen Acker säen lassen,
während er selbst geeggt, hatte ihn Pflug halten lassen, während er den Ackerbub
machte. Er hatte Uli gesagt, er müsse das auch lernen, wenn er ein Hauptknecht
werden wolle. Es gebe gar manchen Platz, und das seien gewöhnlich die besten, wo
ein Knecht alle Arbeit müsse machen können, und es sei doch nichts Traurigers
als so ein Bauernknechtlein, das nicht die halbe Landarbeit verstehe; und deren
gäbte es ganze Hutten voll, die nichts anderes könnten als so geradehin hacken,
holzen und heuen. So hatte der Meister gesagt und den Uli an den Pflug gestellt,
was hundert Väter an den eigenen Söhnen nicht tun, solange sie ein Bein machen
können, ihnen Pflughalten und Säen nie anvertrauen aus Furcht, es könne eine
Handvoll Korn mehr gebraucht oder sonst irgend ein Fehler gemacht werden. Und
gerade seine Wohlmeinenheit wurde ihm nun so übel ausgelegt und dem Uli alle
Tage der Kopf größer gemacht, wie der Meister alles an ihn lasse und wie der
Meister es nicht mehr machen könnte, wenn Uli einmal fort sei.
    »Es nimmt mih nume ds Tüfels wunder, wie es denn einist gah soll, wenn du
nicht mehr da bist; sie werden es dann erfahren,« das ist ein Spruch, mir
welchem man schon viele hundert Dienste von ihren Plätzen weggesprengt hat. Es
reitet sie der Teufel immer mehr durch den Gwunder, wie es dann gehe, wenn sie
nicht mehr da seien. Es steigt immer mehr die Lust zu Kopfe, einmal seine
Unentbehrlichkeit zu zeigen, zu erfahren, ob man es könne ohne sie, zu erfahren,
dass ein Meister oder eine Meisterfrau bittend komme mit dem Bekenntnis: Sie
könnten es durchaus nicht mehr machen ohne Lisi, ohne Benz. Es träumen tausend
halbbatzige Knechtlein und Mägdlein ganze Jahre durch von dieser
Unentbehrlichkeit und wenn Weihnacht kommt und sie ihren Bündel weitertragen, so
will niemand ihnen nachlaufen und sagen: »Benz, Lisi, bleib doch da dr tusig
Gottswille«; gäb wie sie zurück, schauen, es kommt niemand. Da treibt sie
vielleicht schon die nächste Woche der Gwunder, wie man es ohne sie mache, in
ein Nachbarhaus, wo sie etwas sehen und etwas vernehmen können über die neuen
Diensten und den Stand der Dinge. Und siehe da, es geht, und die neuen Diensten
