 dass der Meister doch etwas recht haben möchte; denn
wenigstens zwei Neutaler hätte er früher in dieser Zeit für nichts ausgegeben,
die er jetzt noch im Sack hatte. Er war auch ein Anderer bei der Arbeit, es ging
ihm alles noch ein, mal so rasch von der Hand, und weil er wirklich des Nachts
schlief, des Sonntags ruhte, den Körper nicht durch Ausschweifungen schwächte,
so schien ihm keine Arbeit mehr schwer; es war ihm fast, als ob er nicht mehr
müde werden könnte. Der Meister sah mit Freuden, dass es so gut komme, und wenn
er ihm etwas zuhalten konnte, so tat er es, märtete ein größeres Trinkgeld ein,
wenn es ihn dünkte, der Metzger vermöge es und es sei ihm angst um die Sache,
nahm Uli mit auf einen Märit oder schickte ihn hier oder dort aus, wenn et - was
zu verrichten war, damit Uli doch auch sein Pläsier hätte, und wenn Uli einen
Schoppen trank auf diesen Wegen, so zahlte ihn der Meister.
    Natürlich fiel Ulis Betragen auch Andern auf, zuerst seinen Mitdiensten,
dann den Nachbaren. Es geht unter den Diensten gerne wie unter Jakobs Söhnen.
Wenn Eines besser ist als die Andern und daher auch den Meisterleuten lieber, so
verfolgen es die Schlechtern, führen es aus und ruhen nicht, bis sie es
vertrieben haben oder so schlecht gemacht, als sie selbst sind. Sie wollen
nicht, dass Meisterleute es erfahren, was ein guter Knecht, eine gute Magd
ausrichten könne; sie fürchten, es möchte dann allzu sichtbar werden, wie
schlecht sie seien, und ihnen auch mehr angemutet werden, ein anderes Betragen,
ein rührigeres Schaffen. Das wollen sie nicht, es soll der Meister keinen
Vorteil an ihnen haben; sie wollen nicht Göhle, Narren, Tröpfe, Kühe sein und
sich zTod werchen, wo sie nichts davon hätten; sie machten, wie sie es gewohnt
seien, und wenn es so nicht anständig sei, so gingen sie weiters. Es ist daher
sehr oft die Dienerschaft eine gegen die Meisterleute verschworne Bande. Das
Komplott besteht darin, so viel Lohn, so viel Freiheit, ein so gut Leben zu
erzwingen als möglich, und wenn es nicht nach den Köpfen geht, die Meisterleute
so zornig als möglich zu machen. Es braucht viel Kraft und viel Klugheit, solche
Komplotte zu zerstören, und viel Liebe und viel aufrichtige Wohlmeinenheit, sie
nicht aufkommen zu lassen. Es gibt jedoch Diensten, deren feindseliger Sinn auf
keine Weise zu brechen oder zu versöhnen ist und die daher gegen jeden Meister
feindselig verfahren und allenthalben den Frieden stören, wohin sie auch kommen.
    Die Nebendiensten fingen daher bald an, auf Uli zu sticheln, zu sagen:
