, und ds Schönste ist, dass sie das Werchen ebenso gut
kann, das ist sonst nicht immer bei einander. Häb Sorg zu dere, du überchunst ke
Selligi meh!« Da begann auch Uli mit nassen Augen zu rühmen, bis Vreneli
wiederkam. Als bei seinem Eintritt plötzlich das Gespräch stockte, sah es
schelmisch Eins nach dem Andern an und sagte: »Schon wieder habt ihr mich hinter
meinem Rücken verhandelt, und das linke Ohr hat mir geläutet, wartet nur! Uli,
ist das schön, mich schon so zu verklagen, wenn ich nur einen Augenblick den
Rücken kehre?« »Er hat dich nicht verklagt,« sagte die Bäurin, »ds Cunträri,
aber ich habe ihm gesagt, er solle Sorg zu dir haben, eine Solche bekomme er
nicht wieder. Ach, wenn dManne mängisch wüsste, wie die Zweute wäre, sie hätten
besser Sorg zu de Erste! Nit dass ich zu klagen habe. Myne ist mir lieb und wert,
ich bekäme keinen Bessern und er gönnt mir, was ich brauche, aber ich sehe öppe,
wie es an andern Orten zugeht.« »Ih ha welle lose«, antwortete Johannes. »Du
hast aber nachebesseret. Du hast recht, es geht an manchem Ort den Weibern bös,
aber an andern den Männern auch, es kommt immer darauf an, wo auch Erkanntnus
ist und öppe auch der Glaube, dass ein Gott im Himmel sei. Wo kein Glaube ist, da
ist das Wüstest Meister.«
    Darauf wurden sie in die Hinterstube entboten. Dort war die Suppe
aufgetragen, eine Maß Wein auf dem Tisch, ein Kännlein süßer Tee dabei. Sie habe
gedacht, sie wolle gleich Tee machen, sagte die Wirtin, es könne dann nehmen,
wer wolle; ein Teil sei Liebhaber, ein Teil nicht. Mit ungezwungener
Freundlichkeit machte Vreneli die Wirtin, schenkte ein, legte vor, mahnte ans
Austrinken; es wurde allen recht wohl und heimelig. Uli machte sich an den
Meister und fragte ihn dies und das: Wie er sich einrichten solle im Stall, was
er für vorteilhafter halte zu pflanzen, um welche Zeit er dieses säe und jenes,
für was der Boden gut sei, für was jener. Johannes berichtete väterlich, fragte
wieder, und Uli teilte seine Erfahrungen mit. Die Weiber horchten anfangs, dann
aber schwoll auch Vrenelis Herz mit Fragen an und es suchte Rat bei der Bäurin
in den hundert Dingen, in denen eine Bäurin Meister sein sollte, erzählte, wie
es es bis dahin gemacht, aber ob es nicht noch besser und vorteilhafter
anzuschicken wäre? Mit Freuden enthüllte die Bäurin ihre Geheimnisse, sagte aber
oft: »Ich glaube, du machst es besser
