 vierzehn Stunden
geschieht. Zu Kilt läuft man nicht in den Holzboden, und wann sprengt man mehr
Schuhnägel aus, des Tages oder des Nachts, wo man keinen Stein sieht, kein Loch,
keinen Graben? Und sag mir: wie sehen die Sonntagskleider aus, wenn man voll
herumghürschet ist, einander herumgerissen, im Kot herumgedröhlt hat? Wie manche
Sonntagskutte ist so in Stücke gegangen, wie manches Paar Hosen unbrauchbar, wie
manche Kappe verloren worden!
    Es brauchte gewiss manch Knechtlein dsHalb weniger für seine Kleider, wenn es
daheim bliebe; von den Mädchen will ich nur nicht reden. Und denk daran, Uli,
wenn du jetzt schon zehn Kronen für solche unnütze Gewohnheit brauchst, so
brauchst du in zehn Jahren zwanzig und in zwanzig Jahren vierzig, wenn du sie
hast; denn so eine Gewohnheit steht nicht stille, sie wächst, und führt das
nicht schnurstracks dem alten Hudel zu?
    »Endlich, Uli, hast du nicht bloß dreißig Kronen, sondern auch noch manchen
Batzen Trinkgeld, wenn eine Kuh, ein Ross usw. verkauft wird. Die brauche, wenn
du wohin laufen musst und das Einkehren nicht vermeiden kannst. Daraus kannst du
meinetalb an einer Musterung einen Schoppen trinken, kannst etwas zusammentun,
wenn du in Garnison musst; das reicht vollkommen hin dazu. Du hast schon viel
Lohn eingezogen, aber wenn du mir glauben und folgen willst, so kommst du schon
dieses Jahr aus den Schulden; das andere Jahr kannst du ans Vorschlagen gehen.
Und wenn du mir glaubst, so ist dann nicht gesagt, dass ich nur dreißig Kronen
Lohn geben könne. Wenn ein Knecht so recht bei der Sache ist und mit seinem Sinn
nicht nur beim Narrenwerk, wenn man ihm etwas anvertrauen kann und es gleich
geht, sei ich dabei oder nicht, und ich nicht allemal mit Kummer heim muss, es
sei etwas Ungrads gegangen, so, Uli, kommts mir auf ein paar Kronen nicht an.
Denk daran, Uli: je besser die Gewohnheit, je besser der Name, desto besser auch
der Lohn.«
    Dem Uli gingen ob diesen Reden Maul und Nase auf, und endlich sagte er: Das
wäre wohl schön, aber es werde es kaum geben, er glaube nicht, dass er das
usgstang. »He, probiere einmal einen Monat und siehe, wie es kommt, und sinn
nicht an Laufen, Schoppen und das Wirtshausgehen, so wird es sich schon machen.«
 
                                Fünftes Kapitel
            Nun kommt der Teufel und säet Unkraut in den guten Samen
Und es ging recht ordentlich manchen Sonntag lang. Der Uli ging wieder zKilchen
und dachte daran, dass er ein Mensch sei und dass er auch selig werden möchte. Er
fing auch an zu glauben,
