 um dasselbe
gemacht wird. Aber was muss das für Ehen geben, wo die Leute in solchem Zustande
den wichtigen Gang tun, und was für ein Bild ihres zukünftigen Zustandes wird da
dem Pfarrer auf die Zunge gelegt! und doch darf er es vielleicht nicht einmal
aussprechen diesen trunkenen Leuten, besonders wenn sie etwa Bürger einer Stadt
oder sogenannte Fötzelherren sind. Bei solchen läuft er Gefahr, dass sie ihm wüst
sagen, ihn in eine Zeitung tun oder gar verklagen. So wie es bei solchen
Erscheinungen einem recht eigentliche Stiche ins Herz gibt, so tut es einem auch
wohl, wenn man Zwei zur Ehe schreiten sieht, von denen man weiß, dass Gott bei
ihnen ist und dass sie trachten werden, ihre Leiber und ihr Haus zu einem Tempel
zu machen, darin Gott wohnen mag. Nicht nur muss der Pfarrer über jede solche Ehe
sich freuen, ich weiß, es ist Freude darüber im Himmel. Wenn nun zwei Solche zu
einem kommen, wo man sich freuen kann über sie, da darf man ein ernstaft Wort
zu ihnen reden; man weiß, sie nehmen es einem nicht übel, sondern es fällt auf
gutes Erdreich, wo es dreißig-, sechzig-, hundertfältige Früchte bringt.«
    »Ja, Herr Pfarrer,« sagte Vreneli, »ich werde es nie vergessen, was Ihr
gesagt, und Uli soll es Euch zu danken haben. Oh, ich habe noch manches Wort von
der Unterweisung her, das ich nie vergessen werde. Und wenn es mich schon manch-
mal dünkt, ich hätte alles vergessen, so steigt bei diesem Anlass oder einem
andern ein Wort aus der Unterweisung in mir auf, fast als ob mir jemand den
Finger aufhöbe und sagte: Eh, eh!« Es gehe ihm auch so, sagte Uli, doch jetzt
mehr als früher. Es sei eine Zeit gewesen, wo er wenig an die Unterweisung
gesinnt habe. Es komme viel darauf an, was man im Kopf habe, je nachdem komme
einem etwas in Sinn. Er hätte es nicht geglaubt, wenn er es nicht selbst
erfahren hätte.
    Da kam die Magd mit den Tellern herein, um Tisch zu decken. Vreneli merkte
es und stund zum Abschied auf, obgleich die Frau Pfarrerin sagte: Man solle
nicht pressieren, oder sie sollten mitalten. Aber Vreneli sagte, sie müssten
gehen, die Base meine sonst, sie seien umgekommen, dankte recht innig dem
Pfarrer noch einmal für sein Wort und bar ihn, zu versprechen, dass er auch zu
ihnen komme, wenn sie schon nur Lehenleute seien. Ein Kaffee vermöchten sie doch
immer, wenn sie vorlieb nehmen wollten. Es lache ihm alle, mal das Herz im
Leibe, wenn es ihn
