 hat sich nicht wohl anders geschickt«, sagte Uli, der die
Mannespflicht, den Eigenwillen seiner Frau auf seine Schultern zu nehmen, zu
fühlen begann, eine Pflicht, die man am Ende notgezwungen üben muss, entweder um
nicht unter dem Pantoffel zu scheinen oder die Schwachheiten der Frau nicht
auszubringen. »Wir durften nicht länger warten,« fuhr er fort, »da wir den Herrn
Pfarrer bitten möchten, die Sache noch da und dort anzuzeigen, damit es auf den
nächsten Sonntag verkündet werden könne.« Dafür seien sie wohl spät, sagte der
Pfarrer, er wisse nicht, ob die Post vor dem Sonntag käme an beide Orte. Es sei
ihm leid, sagte Uli, daran hätten sie nicht gedacht; Vreneli tat, als ob ihns
die Sache nichts anginge, und redete recht eifrig mit der Frau Pfarrerin über
den Flachs, der so schön geschienen und doch beim Hecheln gar nicht ausgeben
wolle.
    Als die Formalitäten zu Ende waren, sagte der Pfarrer zu Uli: »Und Ihr
werdet Lehenmann in der Glungge? Das freut mich. Ihr seid nicht wie so viele
Knechte, denen man kaum ansieht, dass sie Menschen, geschweige dass sie Christen
sind, Ihr stellt Euch wie ein Mann dar und tut auch wie ein Christ.« »Ja,« sagte
Uli, »warum sollte ich Gottes vergessen? Ich habe ihn nötiger als er mich, und
wenn ich ihn vergesse, darf ich dann hoffen, dass er an mich denkt, wenn er seine
Gaben und Gnaden austeilt?« »Ja, Uli, das ist schön,« sagte der Pfarrer, »und
ich glaube, auch er habe Euch nicht vergessen. Ihr habt ein gutes Lehen, und ich
glaube, Ihr bekommt eine gute Frau. Ich rede nicht vom Arbeiten und Haushasten,
da wird Vreneli gerühmt, ich weiß es wohl; Arbeiten und Haushasten ist gut, aber
doch nur eine Nebensache. Vreneli scheint leichtsinnig und flüchtig, aber ich
weiß, es sinnet auch tiefer und hat ein gutes Herz.« Vreneli hatte seine Ohren
bei diesem Gespräche, wie eifrig es vom Flachs redete. So wenig es früher dieses
merken ließ, so wenig konnte es sich jetzt enthalten, zu sagen: »Aber Herr
Pfarrer, Ihr könntet nur auch zu viel zutrauen.« »Nein, Vreneli,« sagte der
Pfarrer, »ich sehe in der Unterweisung in gar manches Herz hinein, man weiß es
nicht, ich höre gar manches, man glaubt es nicht, und dazu errate ich noch
vieles. Bist du nicht auch schuld, dass Ihr bei diesem grässlichen Wetter
hereingekommen? Sieh, ich wünsche von ganzem Herzen, dass dieses der strübste
Gang ist, den ihr mit
