 wollte nicht, nach Vrenelis Instruktionen; das sei Mannssache,
behauptete sie. Da sagte er, wenn sie nicht gehen wolle, so schreibe er dem
Tochtermann, er solle ihm einen Knecht oder einen Lehenmann senden, der werde
ihm das schon machen. Da ließ die Alte das Herz fallen und übernahm den Auftrag.
Als sie mit demselben zu Vreneli kam, sagte dieses: »O du gute Mutter, hast du
dich zwingen lassen! Aber Mutter, Mutter, wie konntest du glauben, dass es
Joggeli Ernst sei, vom Tochtermann einen Knecht oder einen Lehenmann zu nehmen!
Hättest du nur noch einmal herzhaft Nein gesagt, so hätte er gesagt: He nun,
wenn du mir nichts zu Gefallen tun willst, so will ich mit Uli reden, aber ds
Vreni, die Täsche, begehre ich nicht, und es mag herauskommen, wie es will, so
bin ich nicht schuld daran, mir wäre es nie in Sinn gekommen. Schicke ihm aber
Uli hinein, er soll und muss doch mit ihm zuerst z'grechtem davon reden.«
    So geschah es auch.
    Die Weitläufigkeiten der ganzen Unterhandlung zu beschreiben, wäre für
manchen Lehenmann belehrend, allein für diesmal aus guten Gründen nur Folgendes.
Joggeli war die ganze Sache mehr als recht, und doch machte er Umstände und
Vorbehälte, an denen die ganze Sache hätte scheitern müssen, wenn er fest darauf
bestanden hätte; aber so wie er erfinderisch war im Ersinnen, so war er wieder
schwach im Nachgeben, sobald man ihn zu fassen wusste, und das verstund der
Vetter Johannes, der als Mittelsmann und Bürge recht gefällig sich finden ließ.
Und wenn alle an waren, so wusste Vreneli noch den besten Rat und fand den
Ausweg. Joggeli sagte aber oft: Er könne nicht begreifen, warum Uli so eine
nähme mit einem blutten Füdle und einem Maul wie eine Schlange. Wenn er so ein
Bursch wäre und ein solches Lehen in den Händen hätte, er wollte viel tausend
Pfund erwyben. So eine Gexnase würde er nicht mit dem Rücken an, sehen, und
dreißig Kronen wollte er ihm das Lehen wohlfeiler geben, wenn das Ketzer
Meitschi ihm wegkäme; das würde dem lieben Gott Blau für Weiß machen, wenn sie
je zusammenkämen, was er aber nicht glaube.
    Man war fast richtig, als der Tochtermann die Sache vernahm und einen
Mordsspektakel begann. Der wolle erst gar nichts davon wissen und behauptete,
sie hätten ja die Verabredung getroffen, dass er ihnen die Produkte abnehme und
zu hohen Preisen seinen Bekannten verkaufe. Er hätte deshalb Akkorde getroffen
und könne nicht zurück. Endlich wollte er den Hof selbst ins Lehen nehmen trotz
seinem brillanten Geschäft, von dem er behauptete, es trage mehr ab als sechs
