!« sagte die
Base. »Machet einander nicht zu guter Letzt noch böse und kommt mir taub heim.
Man muss aus Spaß nicht gleich Ernst machen, sonst kommt man nicht durch die
Welt.
    Und wenn man gleich so aufbrennen will, ach bhüetis, so ists allerdings
besser, man bleibe ledig! Ich bin als Meitschi auch aufbegehrischer Natur
gewesen und habe nichts leiden wollen, aber wenn ich bei meinem Joggeli so hätte
bleiben wollen, so lägen er oder ich oder Beide im Grabe. Ich habe bald gesehen,
dass eins nachgeben, sich ändern muss, und da ist die Reihe dazu an mich gekommen.
Nit dass Joggeli nicht auch ein Gleich gemacht, er hat sich auch in manchem
gebessert. Ich glaube nicht, dass Zwei zusammenkommen auf der Welt, die sich
nicht mehr oder minder ändern müssen, wenn sie glücklich bleiben wollen.« »Darum
ists am besten, man bleibe ledig«, sagte Vreneli, »da kann man bleiben, wie man
ist, und es grännet einen niemand an für nichts und wieder nichts.« »Eh,
Vreneli, sinnest denn nicht an Gott und dass der will, dass wir uns ändern und
alle Tage besser werden? Ist dir der auch zu wenig, dass du um seinetwillen kein
ander Gesicht machen willst, als dir anständig ist?« »Aber Base,« sagte Vreneli,
»wie kommt Ihr mir auch! Wir reden von einem Mann und Ihr kommt mir mit Gott, da
ist doch ja gar keine Gleichheit. Wie einem Gott in Sinn kommen kann, wenn man
von einem Manne redet, begreife ich nicht. Wenn man von Männern redet, so sollte
einem immer der Teufel in Sinn kommen, denn der ist ja auch ein Mann, und er hat
das Weib verführt; wenn er nicht gewesen, so wären wir glücklich geblieben. Von
einer Frau Tüfelin habe ich noch nichts gehört; das ist mir ein sicher Zeichen,
dass der Teufel unter dem Weibervolk Keine seinesgleichen gefunden hat, sondern
nur unter dem Mannenvolk. Unter dem gibt es ja ganze Legionen, wie es in der
Schrift heißt.« »Versündige dich nicht, Vreneli,« sagte die Base, »du weißt
nicht, was dir bestimmt ist. Ich glaube, du redest nicht, wie es dir ums Herz
ist, sondern wie alle Meitschi, wenn sie noch Keinen haben oder der Rechte ihnen
noch nicht gekommen.« So wie Vreneli den Mund zur Antwort auftat, fuhr Uli, der
ihnen ganz den Rücken gekehrt und getan hatte, als höre er von allem nichts, zum
bestimmten Wirtshause. Die Wirtin empfing sie und führte sie in eine apartige
Stube, wie die Base verlangt hatte, nachdem sie dem
