 mag doch nicht
bleiben. Der Tochtermann ist immer da, will anfangen zu regieren, plündert sie
aus, wo er kann, so dass ich nicht mehr dabei sein mag; auch lasse ich mir von
dem nicht befehlen.« »Aber was willst du denn?« fragte Johannes. »Das ists eben,
was ich mit dir reden möchte«, sagte Uli. »Plätze bekäme ich genug; ich könnte
auch zum Sohne, der gäbe mir Lohn, so viel ich wollte. Aber ich weiß es nicht:
Knecht sein ist mir aparti nicht erleidet, aber es dünkt mich, wenn ich etwas
Eigenes anfangen wolle, so sei es Zeit. Ich bin in den dreißig Jahren alt und
gehöre schon fast zu den Alten.« »Jä so,« sagte Johannes, »hast du das Heiraten
im Kopf?« »Aparti nit!« sagte Uli. »Aber wenn ich heiraten will, so sollte es
bald geschehen, und etwas Eigenes anfangen muss man auch, während man sich noch
rühren mag. Aber ich weiß eben nichts anzufangen. Für alles habe ich zu wenig,
denn was sind zweitausend Pfund, um etwas Rechtes anzufangen? Ich sinne noch
immer daran, wie du gesagt hast, auf kleinen Gütchen schlage man den Zins nicht
heraus, und ein Lehenmann, der nicht Geld in den Händen habe, könne nicht wohl
ein großes Wesen übernehmen, und auf kleinen gehe er zugrunde.« »He,« sagte
Johannes, »zweitausend Pfund sind schon was, und es gibt hier und da Güter, wo
die Bsatzig dabei ist, wo man sie gegen eine Schatzung übernehmen kann, so dass
du die zweitausend Pfund zum freien Handel in der Hand behieltest, und wenns
dann noch mehr sein müsste, so fändest du wohl Leute, die Geld hätten.« »Ja, aber
die gäben mir es nicht. Wenn man Geld will, so muss man gute Versicherung oder
Bürgen haben, und wo die nehmen?« »He, Uli,« sagte Johannes, »das ist eben, was
ich dir auch gesagt habe: eine guter Name ist auch eine gute Versicherung. Vor
fünfzehn Jahren hätte ich dir nicht fünfzehn Batzen geliehen, wenn du aber jetzt
zwei-bis dreitausend Pfund mangelst gegen ein bloßes Handschriftli, so kannst du
sie haben, oder wenn ich dir Bürge sein soll, so sprich zu.
    Wofür ist man auf der Welt, als für einander zu helfen?« »Das wäre guter
Bescheid«, sagte Uli; »daran hätte ich nicht denken dürfen, und wenn ich etwas
wüsste, ich wollte gleich darauf los.« »Das täte ich nicht«, sagte Johannes. »Ich
ginge zuerst auf
