 anzufangen, sie hätte manche Nacht kein
Auge zugetan und aneinander pläret, dass es ihr in ihren alten Tagen so gehe. Da
sei ihr eins in Sinn gekommen: Es könne ihr doch sicher kein vernünftiger Mensch
etwas dawider haben, wenn sie das Gut in Lehn geben würden, dadurch falle ihr
die Last ab. Und da hätte sie gesinnt, einen bessern Lehenmann als Uli, der
ihnen zu allem sehe und ehrlich und brav sei, könnten sie nicht erhalten, und
Uli könnte da auch sein Glück machen; denn dass er öppe hart gehalten werden
sollte, das täte sie nicht, es solle sein Nutzen sein wie der ihre. Aber sie
hätte keinem Menschen etwas davon gesagt; sie hätte zuerst mit ihm reden wollen,
was er dazu meine, und wenn er es gut finde, so möchte sie ihm anhalten, dass er
mit Uli rede und der Sache sich annehme, bis sie im Reinen sei. Es dünke sie,
wenn sie das zwegbrächte, so wollte sie nichts mehr wünschen auf der Welt, wenn
schon manches öppe nicht sei, wie es sein sollte. Das sei wohl schön und gut,
sagte Johannes, und es würde ihn für Uli freuen, aber da seien ihm zwei Sachen
im Weg. Das sei eine gar bedeutende Übernahme, und Uli habe dafür zu wenig Geld.
Er habe ein Schönes verdient, aber viel zu wenig für alles anzuschaffen, was da
nötig sei. Er hätte kaum so viel, um im Handel etwas zu machen und nicht zur
unrechten Zeit verkaufen zu müssen, woran die meisten Lehnleute gewöhnlich
sterben. »Dann kann Uli nicht bloß mit Diensten husen, er muss eine Frau haben,
und wo nun eine finden, die dem vorzustehen weiß? Denn das gibt eine schwere
Haushaltung.« »Ich wüsste ihm eine,« sagte die Base, »gerade das Meitschi,
welches mit nur gekommen. Ein besseres gibt es nicht, und es und Uli haben sich
an einander gewöhnt; wir könnten noch heute sterben, sie trieben die Sache fort,
man merkte nicht, dass jemand fehlte. Es ist gesund, stark und für so ein Junges
hat es gute Gedanken, es täte manche Alte durch. Es hat freilich kein Vermögen,
aber doch einen schönen Sparhafen, brav Kleider, und ganz mit leeren Händen
ließ wir es auch nicht. Ihr wisst wohl, wie es mit seiner Mutter gegangen ist.
Wenn Uli Vreneli nähmte, so glaube ich, er würde für Bsatzig und andere Sachen
wenig anzuschaffen brauchen. Die Sache ist da, man kann ihm ja alles in die
Schatzung geben, so ist es da, wenn man den Hof wieder übernehmen will, und man
braucht es nicht anzuschaffen. Sie könnten anfangen
