
euch nicht übel zusammen.« »Ghörst, Vreneli,« sagte die Base, »der Vetter meints
auch, da hilft Wehren nichts mehr.« Bei Vreneli hatte Weinen mit Lachen
gekämpft, Zorn mit Spaß; endlich überwand es sich der Leute wegen, das Letztere
siegte, es antwortete: Es hätte immer gehört, wenn es ein Hochzeit geben sollte,
so müssten Zwei wollen; bei ihnen aber wolle gar Keins, und so sehe es nicht ein,
wie etwas aus der Sache werden solle. »Was nicht ist, kann werden,« sagte des
Johannes Frau, »so etwas kommt oft ungesinnet.« Es gspüre einmal noch nichts
davon, sagte Vreneli, brach dann aber ab und gab die Hand noch einmal und sagte:
Wie uverschant es sei, dass es mitgekommen, aber die Base habe es haben wollen,
sie könne es jetzt versprechen, wenn es ihnen in den Kosten sei. Es freue sie
gar wohl, dass sie einmal gekommen, sagte die Hausfrau und hieß dringlich
hineinkommen, gäb wie die Andern sagten: Sie wollten sie nicht versäumen, vor
dem Hause bleiben, helfen, es sei so schön und frein da außen!
    Wie sie nun auch sagten, sie hätten nichts nötig, hätten erst gegessen, so
wurde doch gefeuert, und nur durch dreimaliges Hinausgehen konnte eine förmliche
Mahlzeit verhindert, die Guttätigkeit auf ein Kaffee zurückgebracht werden.
Vreneli hatte bald mit dem ältesten Mädchen, das aus einem rührigen Kinde eine
schöne Jungfrau geworden war, Freundschaft geschlossen und musste alle dessen
Herrlichkeiten in Augenschein nehmen. Uli blieb aus schuldigem Respekt nicht gar
lange in der Gesellschaft, die älteren Leute wurden alleine gelassen. Endlich mit
einem schweren Seufzer begann die Base: Sie müsse fry gerade sagen, warum sie
komme, sie hätte nirgends besser hingewusst um Rat und Hilfe als hieher. Der
Johannes hätte ihnen schon so oft gedienet, dass sie gedacht, er lasse sie
diesmal auch nicht im Stich. Es sei alles so gut gegangen bei ihnen, es sei eine
Freude gewesen. Freilich hätte einige Zeit lang Uli ihr Elisi in den Kopf
genommen, aber daran sei das Meitschi selbst schuld gewesen, und sie glaube, Uli
hätte zuletzt doch eingesehen, dass das Meitschi nichts für ihn sei. Da hätte sie
das Unglück in den Gurnigel hinauf geschlagen, dort das Elisi seinen Mann
aufgegabelt, und seither sei alles wie zerstört. Ihr Johannes tue wüst, der
Tochtermann sei nicht, wie er sein solle, sei ein grusam Interessierter, meine,
sie solle nichts mehr brauchen in der Haushaltung. Ds Elisi hätte immer Streit
mit Vreneli, das wolle nun fort deswegen, Uli wolle fort, alles falle wieder auf
sie und sie wisse um ihr Leben nichts
