 von ihm nehmen,
und dazu besäße er einen guten Namen, die Leute hätten ihn gerne, vertrauten ihm
viel an, und die Welt stehe ihm offen. Er möchte vornehmen, was er wollte, so
fände er gute Leute, die ihm hülfen, weil sein guter Name der beste Bürge für
ihn sei. Man solle doch nur achten, welche Dienstboten man rühme, die treuen
oder die untreuen, solle sich achten, welche unter ihnen zu Eigentum und Ansehen
kämen.
    »Dann hat der Pfarrer noch ein Drittes gesagt, und das geht dich besonders
an. Er hat gesagt, der Mensch wolle Freude haben und müsse Freude haben,
besonders in der Jugendzeit. Hasse nun ein Dienst seinen Dienst und sei ihm die
Arbeit zuwider, so müsse er eine apartige Freude suchen, und er fange daher an
zu laufen, zu hudeln, mit schlechten Sachen sich abzugeben und habe daran seine
Freude und sinne daran Tag und Nacht. Sei aber einem Knecht oder einer Magd das
Licht aufgegangen, dass sie etwas werden möchten, und der Glaube gekommen, dass
sie etwas werden könnten, so liebten sie die Arbeit, hätten Freude daran, etwas
zu lernen, etwas recht zu machen, Freude, wenn ihnen etwas gelinge, wachse, was
sie gesäet, fett werde, was sie gefüttert; sie sagten nie: Was frage ich dem
nach, was geht mich das an? Ich habe so nichts davon. Ja sie hätten eine
eigentliche Lust daran, etwas Ungewohntes zu verrichten, etwas Schweres zu
unternehmen; dadurch wüchsen ihre Kräfte am besten, dadurch machten sie sich den
besten Namen. So haben sie auch Freude an des Meisters Sache, seinen Pferden,
seinen Kühen, seinem Korn, seinem Gras, als ob es ihnen gehöre. Woran man Freude
hat, daran sinnet man auch; wo man den Schatz hat, da hat man auch das Hetz,
sagte der Pfarrer. Hat nun der Knecht seinen Dienst im Kopf, erfüllt ihn der
Trieb, so ein vor Gott und Menschen recht tüchtiger Mensch zu werden, so hat der
Teufel wenig Macht über ihn, kann ihm nicht böse Sachen eingeben, wüste Sachen,
an die er Tag und Nacht denkt, so dass er keinen Sinn für seine Arbeit hat, und
die ihn noch von einem Laster zum andern ziehen und innerlich und äußerlich
verderben.«
    »Das hat der Pfarrer gesagt,« sagte der Meister; »es ist mir, als ob es noch
heute wäre, als er uns das sagte, und ich habe schon hundertmal gesehen, dass er
recht hatte. Ich habe gedacht, ich wolle es dir sagen, es passet gerade auf
dich. Und wenn du nur glauben wolltest, so könntest du einen
