 Letztere. Reichsein sei eine schöne Sache, aber reich mache noch nicht
glücklich; wenn man so einkybig Häpeli daheim habe, das über alles entweder
gränne oder pflenne, so möchte der Tüfel dabeisein. Und wenn man einmal die
Freude außer dem Hause suchen müsse, so hätte es gefehlt.
    »Aber Meister,« sagte Uli, »du hast mich doch immer brichtet, ich solle
husen und sparen, so gebe ich auch einen Mann ab, man sei nichts, wenn man
nichts habe.« »Ganz recht Uli,« sagte der Meister, »das habe ich gesagt und sage
es noch. Es ist einer glücklicher, wenn er huset, als wenn er liederlich ist,
und es ist einer kein Mann, wenn er in seinen ledigen Tagen nicht für die alten
sorgen kann. Wenn einer in den jungen Jahren nicht einen guten Anfang macht, so
kommt er zu einem bösen Ende. Ein braver Bursche mit etwas Geld kann auch besser
heiraten als ein Hudel und soll auf eine rechte Frau sehen, aber die reichste
Frau ist nicht immer die beste. Es gibt Weiber, die mir ohne einen Kreuzer
lieber wären als andere mit hunderttausend Pfund. Es kommt immer auf die Person
an. Mach, was du willst, aber besinne dich wohl.« »Ds Elisi ist freilich eine
elende Person,« sagte Uli, »aber es kann ihm bessern; es ist Manche mager
gewesen in der Jugend, sie ist im Alter noch dick geworden, und bös aparti ist
es nicht, besonders wenn es zufrieden ist. Wenn es höhn ist, dann weiß es
freilich nicht recht, was es sagt, und hält mir den Knecht vor und andere
Meitscheni; aber wenn es wieder zufrieden geworden ist, so kann es recht
kurzweilig sein und hat das beste Herz von der Welt. Es hat mir schon gekramet,
es weiß kein Mensch wie viel, und hätte mir noch viel mehr gegeben, wenn ich
nicht immer gewehrt hätte.« »Mach, was du willst,« sagte Johannes, »aber ich
sage dir noch einmal: besinne dich wohl; es tut selten gut, wenn so Ungleiches
zusammenkömmt, und es ist noch selten gut gekommen, wenn der Knecht des Meisters
Tochter geheiratet hat. Es ist mir etwas an dir gelegen, einem Andern hätte ich
nicht so viel gesagt. Jetzt muss ich heim; komm einmal in müßiger Zeit zu uns,
dann wollen wir noch weiter über das Kapitel reden, wenn es nicht zu spät ist.«
    Uli sah seinem Meister unzufrieden nach. Ich hätte nicht geglaubt, dachte
er, dass der mir mein Glück nicht gönnte. Aber so sind die Donners Bauern, sie
sind alle gleich; sie mögen
