 gar gerne irgend ein grobes
Ärgernis aufgedeckt, aber dazu gab Uli keine Gelegenheit. Noch ging die Wage bei
ihm auf und ab. Es erleidete ihm manchmal Elisi und das Dasein in der Glungge,
dass er gerne hundert Stunden da dänne gewesen wäre. Das Mädchen aber ward immer
verliebter, kramete Uli bei jeder Gelegenheit, verehrte ihm mehr, als er
annehmen wollte, tat so narrochtig mit ihm, dass es endlich selbst den Eltern
auffiel. Joggeli muckelte: Da hatte man es jetzt, da könne man sehen, was Uli
eigentlich im Schilde führe, dem wolle er aber einen Strich durch die Rechnung
machen. Indessen tat er nichts; insgeheim hätte er es seinem Sohn, der ihn so
oft bschummelte, gönnen mögen, wenn Elisi einen dummen Streich gemacht und hätte
heiraten müssen.
    Die Mutter nahm das mehr zu Herzen und sprach Elisi zu: Es sollte doch mit
Uli nicht so narrochtig tun und auch denken, was die Leute sagen und wie sie es
auf die Trommel nehmen werden. Es schicke sich doch wahrhaftig nicht für ein
reiches Meitschi, mit einem Knecht zu tun wie mit einem Schatz. Nit, sie hätte
nichts wider Uli, aber er sei doch immer nur der Knecht, und es werde doch
keinen Knecht wollen. Dann plärete ds Elisi und sagte: Es sei alles nicht recht,
was es mache, man hätte in Gottsname immer mit ihm zu balgen; bald halte man ihm
vor, es sei zu hochmütig, bald, es mache sich zu gemein. Wenn es mit einem
Knecht ein freundlich Wort rede, so mache man ihm einen Lärm, einen ärgern
könnte man ihm nicht machen, wenn es schwanger wäre. Aber man gönne ihm in
Gottsnamen keine Freude und alles sei nur auf ihm. Es wäre ihm am wöhlsten, wenn
es bald sterben könnte. Und Elisi plärete dabei immer heftiger, bis es keinen
Atem mehr hatte, die Mutter in aller Eile das Göllert auftun musste und wirklich
glaubte, das Elisi wolle sterben. Dann schwieg die gute Mutter wieder, denn sie
wollte wirklich nicht, dass ds Elisi sterbe. Sie klagte nur zuweilen Vreneli, sie
wisse nicht, was sie da machen solle. Tue sie wüst, so wär ds Elisi imstand,
etwas Ungeschicktes zu machen; lasse sie es gehen und geschehe dann wirklich
auch etwas Ungeschicktes, so werde sie an allem schuld sein sollen und man werde
sagen, warum sie nicht zu rechter Zeit dazu getan. Aber einmal jetzt wüsste sie
nichts zu machen. Über den Uli könne sie nicht klagen, er führe sich vernünftig
auf und sie glaube, es sei ihm eher zuwider. Und so mir nichts dir nichts, bis
man mehr zu klagen habe, ihn fortzuschicken, reue
