 den übernutzete Diensten halsstarrig und weigern sich des
Dienstes. Diesen kann man es nicht verübeln. Nun aber verbreitet sich von diesen
aus die Halsstarrigkeit nach und nach über die ganze Klasse, und wenn einmal ein
Dienst schwitzen muss, so schreit er Zetermordio, und wenn er einmal ermahnt
wird, schnell zu machen, sich zu schicken, so wirft er den Bündel vor die Füße
und begehrt auf wie ein Häftlimacher. Du mein Gott, was soll aus Menschen
werden, die sich nicht schicken können, nicht schicken wollen, die, wo es immer
möglich ist, vier Stunden an einer Sache machen, welche in zwei leicht abzutun
wäre! Das gibt die armen Leute. Sie strafen sich also selbst, und da erwahret
sich das Sprüchwort wieder, dass Untreue den eigenen Herren schlägt. Da entsteht
die böse Gewohnheit, von der wir schon gesprochen haben, und die Rührigkeit,
welche durchs Leben hilft, vergeht.
    Gar viel besser als Andere waren Joggelis Knechte nicht, und wenn man schon
dem Meister es verübelt und flucht und täubelet, wenn er etwas extra vornimmt,
so mussten sie es dem Mitknecht noch weit böser aufnehmen, dass er eine so wüste
Arbeit ihnen aufsalzen wolle. Sie fluchten nicht nur über den Werchteufel, den
er im Leibe habe und der ihm und Andern nie Ruhe lasse, sondern sie suchten
hinter seinem Fleiß und Eifer, der ihnen so ungewohnt vorkam, Gründe, und zwar
eigennützige und selbstsüchtige. Es ist dies ein eigentümlicher, tiefliegender
Zug im Volke. Im Fragenbuch heißt es, alle unsere guten Werke seien mit Sünden
befleckt, und Paulus sagte, all unsere Gerechtigkeit sei wie ein unflätig Kleid.
Diese Aussprüche haben allerdings ihren guten Grund in unserer Natur. Gar zu oft
regt der äußere Nutzen uns zu einer guten Tat an, und wenn wir auch aus innerem,
schönem Triebe etwas Gutes vollbracht, so kommt hintendrein gezogen die
Eitelkeit, der Stolz und Übermut und beschmutzt die Tat. Das sind die
Befleckungen der guten Werke. Nun nimmt das Volk diese Befleckungen, obgleich
die Meisten der eigenen sich nicht bewusst sind, so allgemein als sich von selbst
ergebend an, dass alsobald, sobald man etwas Gutes sieht, nach den Flecken
gespürt wird. Und je weniger man sich selbst innerer guter Triebfedern bewusst
ist, um so mehr sucht man nach den äußern Befleckungen, nach eigensüchtigen,
äußern Beweggründen, die zum Guten angespornt. Je eifriger einer zum Beispiel
der Uneigennützigkeit sich ergibt und mit raschem Hervortun für Andere lebt, um
so eifriger wird man ihn der geheimen Eigennützigkeit zeihen und verdächtige
Absichten ihm zudichten. Die unwillig gewordenen Knechte begnügten sich daher
nicht mit bloßem Fluchen und Sticheln, sondern sie suchten nach den Triebfedern
von Ulis Tun, und die glaubten sie
