 »es ist dir diese Woche schon angst genug
gewesen, es hätte dich im Lätsch. Ich habe wohl gesehen, wie du vor jedem
Weibervolk geflohen bist und hinter allen Zäunen Anne Lisi gesehen hast. Und
deine Angst hast du dann uns und unser Vieh entgelten lassen, nach Art so vieler
Diensten, die allen Zorn und alles Ungerade, das ihnen über den Weg läuft, an
den Meisterleuten oder an ihren Sachen, an Kühen oder Kacheln, auslassen. Deine
Angst war in dieser Woche dein Böshaben, und an der war niemand schuld als du.
Du hättest es ohne die Angst so gut haben können als wir selbst. Nein, Uli, du
musst von deinem Lumpenleben lassen, du machst dich unglücklich, und solchen
Ärger wie diese Woche will ich deinetwegen nicht mehr haben.«
    Er hätte noch nichts Schlechts gemacht, sagte Uli. He, das nehme ihn doch
wunder, sagte der Meister; ob Vollsein etwas Bravs sei, und was er mit Anne Lisi
getrieben habe, werde auch nicht das Sauberste gewesen sein und wohl auch im
siebenten Gebot vernamset. Oh, es seien noch viel schlechtere Leute als er,
sagte Uli, und es gebe viele Bauern, mit denen er sich dann noch lange nicht
zusammenzählen lasse. Da habe er nichts darwider, antwortete der Meister, aber
ein schlechter Mensch mache den andern nicht gut, und wenn schon mancher Bauer
ein Trunkenbold sei oder gar ein Schelm, so sei es deswegen um nichts bräver,
wenn Uli ein Hudel sei und noch anderes mehr. Es werde doch wohl erlaubt sein,
eine Freude zu haben, sagte Uli; »wer möchte dabeisein, wenn man keine Freude
mehr haben dürfte?« »Aber, Uli, was ist das für eine Freude, wenn man darauf
eine ganze Woche nirgends sein darf, es einem nirgends wohl ist? Was ist das für
eine Freude, die einem für das ganze Leben elend und unglücklich machen kann?
Solche Freuden sind des Teufels Lockvögel. Ja freilich kannst du dich freuen, es
darf jeder Mensch Freude haben, aber an guten und erlaubten Dingen. Das ist eben
ein Zeichen, ob ein Mensch gut oder schlecht ist, je nachdem er an guten oder
schlechten Dingen seine Freude hat.« »Ja, du hast gut krähen,« sagte Uli, »du
hast den schönsten Hof weit und breit, hast die Ställe voll schöner Ware, den
Spycher voll Sachen, eine gute Frau, von den besten eine, schöne Kinder; du
kannst dich wohl freuen, du hast Sachen, woran du Freude haben kannst; wenn ich
sie hätte, es käme mir auch kein Sinn ans Hudeln, an Anne Lisi. Aber was habe
ich? Ich bin
