 sich nicht gebraucht, sagte Uli, das Halstuch mit
Wohlgefallen betrachtend, er hätte nichts Apartes gemacht. »Aber was dublest,
was hast dann?« He, so wolle er es geradeaus sagen. Böse sei er über Vreneli.
Das hätte ihn nicht gebraucht beim Meister zu verrätschen und anzuschwärzen, als
Johannes ihn hätte dingen wollen, er hatte sich dessen nichts vermocht und
nichts gesagt, was nicht alle Leute hätten hören dürfen; aber was es dazu
gelogen habe, das wisse er nicht. »Wer hat dir gesagt, dass Vreneli dich
angeschwärzt?« sagte die Frau. »Das ist gar nicht wahr.« »Es wird doch wohl wahr
sein,« sagte Uli, »der Meister hat es selbst gesagt, freilich nicht gerade
heraus, aber er hat es merken lassen, dass man es mit dem Zwilchhändschen greifen
konnte.« »Er ist doch geng der wüstest Hung, verzeih mir Gott meine Sünde,«
antwortete die Frau. »Vreneli hat ihm ja gar nichts gesagt, sondern bei mir den
Johannes verklagt und dich noch gerühmt dazu; du bist aber auch nicht der
Witzigist, dass du gleich alles glaubst. Du weißt ja, wie er ist. Du solltest
doch wohl sehen, dass Vreneli dir nichts in den Weg legt, sondern dass du ihm gar
anständig bist.« »Was weiß man,« sagte Uli, »es ist sich bös auf das Weibervolk
zu verstehen, und es ist doch auch traurig, wenn man dem Meister nicht glauben
darf.« »Was willst?« sagte die Frau »es ist einmal so, und ich meine, wenn man
wolle, so sei es sich auf das Weibervolk besser zu verstehen als auf das
Mannenvolk; von dem sagt man ja, es sei falscher als Galgenholz. Und dann möchte
ich auch wissen, wer den Heiland verraten hat, ob ein Mann oder eine Frau? Sei
wieder zufrieden aber sage es dem Vreneli nicht, was du gehabt; es hassete sonst
meinen Alten noch mehr als jetzt, täte wüst mit ihm und bekehrte ihn doch nicht.
Er ist ehemals nicht so gewesen, aber seit alles ihn betrügen will und an ihm
saugen, ist er so miss, treu geworden und trauet keinem Menschen mehr. Herr Ises,
selbst mir nicht! Anfangs han ih pläret, dass es mir den Kopf fast
obenabgesprengt. Ich habe gemeint, das müsse nicht sein, das könne ich nicht
leiden. Aber so nach und nach habe ich mich darein ergeben; ich weiß jetzt
nichts anderes mehr, und ich lebe doch und, ich will es gerade heraus sagen,
nicht böser als ehemals. Wo das nit gsi isch, da isch öppis angers gsi. Öppis
