 nicht
mehr trauen darf, dann ist doch nicht mehr dabeizusein. Johannes, Johannes, was
bist du doch für ein Umönsch! Aber seine Frau ist schuld daran, sie macht ihn
so, er ist allbets doch nicht so gewesen! Aber woher weißt du das?« »Ich holte
am Morgen früh Wasser, es wollte aber keine Jungfrau auf. Da war Johannes, der
sonst bis um zehn im Bett liegt, schon bei Uli im Stall, das wunderte mich.
Während mir das Wasser in den Züber lief, loste ich der Sache ab und hörte, wie
Johannes Uli drängesilierte und ihm einen Neutaler Haftgeld geben wollte.« »Uli,
hat er ihn genommen?« »Nein, er stellte sich recht brav, ich hätte es nicht von
ihm geglaubt. Sie hörten mich wahrscheinlich und brachen ab; ich vernahm nur
noch, wie Uli vierzehn Tage Bedenkzeit nahm. Aber ich glaube, wenn der Vetter
ihn zur rechten Zeit frägt ums Dableiben, so werde es keine Not haben.« »Er hat
mich schon manchmal fast wild gemacht«, sagte die Alte. »Er will die Diensten
nie fragen, er meint, es sei an ihnen. Aber seit wann frägt ein rechter Knecht
selbst? Dann sagt er, sie arbeiteten viel bräver, ehe man sie gefragt habe.
Sobald man sie einmal wieder für ein Jahr gedungen, sie des Dienstes sicher
seien, so werden sie ganz gelassen und sie dächten, es hatte es wieder für ein
Jahr, ob sie nun etwas mehr oder etwas weniger arbeiteten.« »Ja,« sagte Vreneli,
»dr Vetter nimmt immer alles in eine Wid, und weil er die guten wie die
schlechten hält, so kommt er nie zu guten.« »Er muss den Uli noch heute dingen«,
sagte die Alte. »Aber verratet mich nicht, dass ich es gehört, sonst hingt mir
der Vetter wieder ein Schlemperlig an; er trauet mir auch nicht mehr als dem
ärgsten Mönsch«, ermahnte Vreneli.
    Die Alte suchte ihren Eheherrn und brachte ihm vor: »Denk ume o, was dr
Johannes für e Uflat isch, wott er is nit dr Üli abdinge!« Joggeli tat nicht
halb so verwundert, sondern meinte, etwas müsse der Johannes immer verüben,
entweder ihm etwas abstehlen oder abschwatzen; er sei von Jugend auf so gewesen,
aber er sei nicht schuld daran. Darauf wollte er wissen, wie seine Frau die
Sache vernommen. Natürlich bekannte sie bald, dass sie es von Vreneli habe. »Ich
kann dir nicht sagen, Frau,« sagte Joggeli, »wie mir das Meitli zwider ist; es
hat seine Nase in allem innen, und hinten und vornen
