 nicht, dass
zwei gut gefütterte Kühe mehr Nutzung und Mist geben als vier schlecht
gefütterte (Dem Nebenausmannli war aber das nicht zu verargen, wissen dieses
doch große Männer an großen Straßen nicht, halten dreizehn Kühe und bringen es
auf zehn Maß Milch von dreizehn Kühen). Das Mannli weinte fast, und Uli hatte
das Herz nicht, ihn zu drücken, wie er vielleicht gekonnt hätte; denn niemand
sah auf die strube Kuh, niemand kam ihm ins Spiel. Er kaufte sie wohlfeil, doch
war das Mannli zufrieden und wünschte ihm alles Glück zu der Kuh, der er mit
nassen Augen nachsah. Zu dieser kaufte Uli noch eine andere, nähig, leicht in
den Hörnern, fein von Haaren, hintenaus wie ein Eisenwecken, kurz wie man die
Kühe, von denen man Milch haben will, gerne hat. Bald nach zehn fuhr er schon
zum Tore hinaus mit fröhlichem Herzen, denn er hatte drei Neutaler weniger
ausgegeben als gelöst und glaubte doch viel bessere Ware heimzutreiben, als er
fortgeführt.
    Was Joggeli sagen werde und der Melcher! dachte er. Freilich werden sie ihm
die magere ausfuhren; aber er wolle sie nur reden lassen, bis zum Kalben solle
die eine andere Gattig haben, wenn er das Salz an ihr nicht spare und zu rechter
Zeit ein Trank gebrauche, damit die bessere Fütterung nicht böse Säfte erzeuge
und ungerecht mache. Die drei Neutaler konnte er dabei nicht aus den Fingern
lassen. Es kam ihm immer mehr vor, als ob die eigentlich ihm gehörten. Es war ja
ganz seine Schuld, dass so teuer verkauft, so gut eingekauft worden.
    Dazu hatte er schon manchen Batzen für Joggeli gebraucht, den er nicht
anrechnen konnte, hatte schon manchen Schuhnagel ausgesprengt, der bei minderer
Anstrengung im Schuh geblieben wäre. Es begann ihm vorzuschweben die große Ürti,
die er den Diensten bezahlt um Fried und Ruhe willen, wovon der größte Nutzen
eigentlich Joggeli zugefallen wäre. An der hatte ihm auch niemand etwas gegeben,
zu seinem Lohn war ihm auch nichts gekommen, die Trinkgelder aus den Ställen
fielen dem Melcher und dem Karrer zu. Billig und recht war es nicht, dass er, der
die meiste Muhe und Sorge hatte, nichts extra erhielt. Wenn er die drei Neutaler
für sich behalte, so könne der Meister sich wahrhaftig nicht klagen, er müsse
noch zufrieden sein, dass er ihm nicht mehr anrechne. Die gekauften Kühe wolle er
ihm nicht teurer anschlagen, hingegen könne er den Erlös für die zwei verkauften
um drei Neutaler geringer angeben, ohne dass das jemand im Geringsten merke. Sie
seien ja immer noch zu teuer, er habe sie einem fremden Mann verkauft, und kein
Mensch sei ja dabeigewesen, der etwas ausplaudern konnte. Hatte
