 mache eine Landarbeit nicht gut, wie ein
sechskreuzeriges, drei Schuh hohes Knechtlein auffährt wie ein Güggel, wenn man
ihm sagt, er könne nicht mähen oder hacken, wie er sagt: »Ich bin schon bei
manchem Meister gewesen und habe es ihnen recht gemacht, und wenn ich dir nicht
genug arbeite, so brauchst du es nur zu sagen, es Bürschli wie ich findet
Meister dGnüegi.« Nehmen es die Leute von einem Meister nicht an, wie sollen sie
es von einem Knecht annehmen? Er meinte daher auch, Joggeli sollte dies, sollte
jenes sagen, aber Joggeli wollte nicht. »Sag du es ihnen, wenn es dir nicht
recht ist, was sie machen,« sagte er, »das ist deine Sache, darein mischle ich
mich nicht. Ich wollte ein Narr sein, einem Meisterknecht einen großen Lohn zu
geben und dann noch alles machen zu sollen, was an ihm ist!« Wenn ihm aber die
Diensten klagten, heute hätten sie das machen müssen und jenes noch und am Ende
noch hintenfür müssen, es sei alles nicht gut genug gewesen, so balgete Joggeli
wieder: Von dem hätte er nichts gewusst; es täte es Uli doch wohl, zu fragen,
aber er mache, wie wenn ihm niemand etwas zu befehlen hätte, wie wenn der ganze
Hof der seine wäre. Uli begriff es alle Tage besser, wie man von einem sagen
könne, er habe die Wände auf springen wollen, kam es ihn doch selbst alle Tage
an.
    Indessen ging die Sache doch, wenn auch mühselig. Sie waren mit den
Frühlingsarbeiten so früh fertig als andere Leute und hatten mehr gepflanzt als
sonst. Sie konnten dieses Jahr zweimal in die Erdäpfel, konnten sie kärstlen und
häuflen und mussten nicht das Unterlassen des einen oder des andern mit einigen
hundert Mässen büßen. Der Flachs wurde gesteckelt und war so schön, dass die
Bäurin fast alle Tage hinging, ihn zu besehen, und wenn die Üfliger
vorbeigingen, so sagten sie zu einander: »Es ist schade, dass Joggeli diesen
Knecht hat. Man sieht, er versteht die Sache, es bekäme gleich alles eine andere
Nase in der Glungge. Er wird ihn aber bald fortgchäret ha.«
 
                              Sechzehntes Kapitel
                  Uli kommt zu neuen Kühen und neuen Knechten
Unerwartet sagte Joggeli eines Morgens dem Uli: Er hätte der Sache nachgesinnet
und gefunden, dass es nicht übel wäre, wenn man im Stall etwas ändere. Morgen sei
zu Bern Monatmärit, und dort mache man es gewöhnlich am besten. Er solle den
Zingel und den Stär nehmen und nachmittags mit ihnen fahren. Er könne über Nacht
sein, wo es sich ihm schicke damit er morgens zeitlich auf dem Markte sei. Wenn
ihm auf dem
