 man
kriege vielleicht nicht bald wieder so einen. »Wir wollen sehen,« sagte die
Mutter, »wir wollen öppe machen, was wir können; wenn nur der Ätti nicht so ein
Wunderlicher wäre, dem ist bim Schiess Keiner recht.«
 
                              Fünfzehntes Kapitel
          Uli kriegt Platz in Haus und Feld, sogar in etlichen Herzen
Am nächsten Sonntag rief die Mutter Uli ins Stübli. Joggeli war zum Sohn
gefahren mit der Elisi, die dort einem Ball beiwohnen wollte und deswegen
Schneider, Näherin, Schuhmacher fast auf den Tod geplagt hatte, sie schön zu
machen, und, da alles nichts helfen wollte, weinte und Krämpfe kriegte. Im
Weltschland, jammerte sie, sei sie immer von den Schönsten eine gewesen, und
hier wolle alles nichts helfen, gäb wie sie anwende und kein Geld sie reue; aber
die Schneider und die Näherinnen könnten in Gottsname nüt, und dann düechs es
geng, man hätte hier gar nicht solches Zeug wie im Weltschland; dort möge man
anlegen, was man wolle, so stehe es einem wohl an, und sollte es der Ofenwüsch
sein. Gäb wie leicht es sich angelegt und noch lange nicht das Schönste, so
hätten seine Frauen gesagt: »O quelle mignonne vous êtes, quelle jolie tournure
vous avez, et le teint est si fin, si noble, vous êtes un Göscheli, comme on dit
à Berne.« Und hier sage man ihm nur: »Du bisch es Bleechs un e Räbel«, das sei
das Schönste, wo es höre.
    »Uli,« sagte die Mutter, »seh trink eis und nimm Brot und es Bitzli vom
Hammli, wennd magst.« Er begehre nichts, sagte Uli, er hätte ja erst gegessen
und es mangle sich dessen nicht. Er möchte sie nur etwas anderes fragen, und
wenn es ihr nicht recht sei, so solle sie es ihm nur gleich sagen, er zürne es
nicht. Er wisse wohl, dass an jedem Ort ein anderer Brauch sei. Ob sie ihm nicht
erlauben wollte, an Sonntagnachmittagen in der Wohnstube zu sein, wenn ihn der
Meister nicht etwa aussende. Er gehe nicht gerne, wo die Andern; er wisse nur zu
gut, wie es da gehe. Ins Bett möge er auch nicht. Er lese am Sonntag gern öppe
ein Kapitel und möchte seinem frühern Meister einen Brief schreiben, und dazu
sei es gar zu kalt in seinem Stübchen. »He, ja freilich,« sagte die Frau, »ja
freilich; Joggeli wird öppe nichts dagegen haben, und dem Elisi wird es auch
nichts machen. Du bist nicht wie die Angere; die begehrte ich nicht, die können
meinethalben gheie, wo sie wollen. Mit dem
