 sah es einige blaue Beulen, und im Vorbeigehen sagte ihm Uli: »Du
sollst Dank haben, du hast recht gehabt.« Aber mehr zu sagen schickte es sich
nicht. Es wurde natürlich darüber gwunderig, und endlich gelang es ihm, von der
einen Magd, die sich etwas auf Ulis Seite neigte, zu vernehmen, wie die Abrede
gewesen, Uli recht tüchtig zu prügeln, nachdem man seinen Wein getrunken und mit
Rühmen ihn recht zutraulich gemacht. Man habe das schon im Dorfe versucht, damit
man die Schuld auf die Dorfbuben werfen konnte. Aber sie wisse nicht recht, wie
es gegangen, und niemand könnte rechten Bricht geben. Es seien ein paar Streiche
gewechselt worden, dem Karrer sei es gschmucht geworden, der Herdknecht sei
unter einen Wagen gefahren wie aus einer Kanone, der Melcher habe ein Loch in
den Kopf erhalten, dass das Blut herausgefahren sei wie aus einer Brunnröhre,
aber keinen Uli hätte man mehr gemerkt, so dass sie fast glauben, sie hätten
einander selbst geschlagen. Sie hätten ihm noch gepasst beim Türli, aber kein Uli
sei gekommen, dagegen habe er sie heute geweckt; sie könnten gar nicht wissen,
wie das gekommen, da auch sie Mägde, die auf der Straße geblieben, von Uli gar
nichts gemerkt. Heute beim Betten habe sie Blut auf Ulis Hauptkissen gesehen, so
dass sie glaube, er müsse doch dabei, gewesen sein. Aber wie es zugegangen, könne
sie nicht sagen, und wenn man ihr den Gring abschreisse. Und niemand kam darüber.
Auch Vreneli hätte es nie erfahren, wenn Uli es ihm später nicht selbst erzählt,
wie er, nachdem er einige ausgewischt, unter das schwarze Dach eines Ofenhauses
gestanden, weil er zu alt dazu gewesen, eine Schlägerei auf Tod und Leben
fortzusetzen. Da, ganz an ihnen an, hätte er ihre Reden vernommen, ihre Stimmen
gekannt und sei unvermerkt, aber schnell ihnen, die noch mit dem Karrer zu tun
gehabt, vorausgekommen und heim, ehe sie daran gedacht. Es hätte ihn freilich
gejuckt, selbst beim Türli zu lussen; allein am Ende habe er gedacht, es könnte
ein Unglück geben und am wöhlsten sei er daheim im Bett. Das habe ihm wieder die
Augen aufgetan, was man den Leuten trauen könne und wie er hier zweg sei. Er
solle nur nicht gerade erschrecken, sondern sich niemere nüt achten und seine
Sache recht machen, so werde das schon gut kommen, sagte Vreneli. Dann aber
sagte es auch der Mutter, was gegangen und wie die Diensten den Meisterknecht
verfolgeten, und man müsse doch ein wenig zu ihm luegen, sonst laufe er
ungsinnet fort. Er scheine ein braver Bursche und nehme sich der Sache an,
