 ob wir in die Kirche
sollten oder nicht.« »Der Vetter«, sagte Vreneli, »sagt, es gehe ihn nichts an,
was sie mit ihren Seelen anfangen wollten; wenn sie ihm nur brav werchen und
nicht stehlen täten, und das sei fast nicht zu erwehren.« »Das glaube ich,«
sagte Uli, »das kann er nicht erwehren; wenn da nicht ein Anderer wehrt, so ist
Joggeli lang z'mutze dazu.«
    Uli machte sich zweg, trotz dem Gespött der Andern, nahm ein Psalmenbuch in
die Kuttentäsche und wanderte der Kirche zu. Die Andern lachten ihm nach und
sagten: Er wolle zu Üfligen den neuen Meisterknecht zeigen; er werde meinen, die
Leute werden auf die Bänke hinaufsteigen, um ihn zu sehen. Aber Solche hätte man
schon manchen gesehen und noch Brävere. Vielleicht meine er gar, der Pfarrer
ziehe ihn an in der Predig, aber sellig Flause wollten sie ihm schon vertreiben.
Vreneli war, vielleicht zufällig, vielleicht nicht, unter der Türe gestanden und
hatte ihm nachgesehen und sagte den Andern: Es wäre eher möglich, dass der
Pfarrer sie anzöge und von Hurenbuben, Faulhüngen und Lugibuben redete, darum
dürften sie nicht in die Kirche gehen. Dann wer, den sie denken, solche Fötzel
an Leib und Seele gehörten nicht in die Kirche. »Säg ume,« sagte einer, »es
uverschants Mul hescht; aber gäll, der gfiel dr, du redst sonst nicht so; du
bist nicht besser als die Andern, sonst wärst du auch zKilche gange. Du wirst
denken, wenn er nur einmal mit dir zKilche chömm, so heigs de für dyr Lebtig.«
»Das geht dich nichts an; einmal mit dir begehre ich nicht zKilche, lieber mit
einem Schinderhund«, sagte Vreneli und verschwand. Wildes Gelächter scholl ihm
nach.
    Uli fand bald Begleiter auf seinem Wege und ein Geständ um das Schulhaus, wo
die Predigt abgehalten wurde. Das werde der neue Meisterknecht in der Glungge
sein, sagte hier einer, dort einer. Es nehme sie wunder, wie lange er es mache.
Meisterknecht möchten sie da nicht sein. Alle Andern hätten es gut, der müsse
für alle ausfressen. Könne er es wohl mit den Diensten und mache auch, was sie,
so passe ihm Joggeli auf wie ein Häftlimacher, bis er ihn fortschicken könne.
Wolle einer Ordnung halten und das Land werchen lassen, wie öppe der Brauch sei,
so hocken ihm die Diensten auf, und Joggeli werde zuletzt noch gar schalus und
meine, er wolle regieren, und statt ihn zu unterstützen, kujiniere er ihn, bis
er fort, laufe. Hintendrein sei er dann reuig und laufe ihnen
