
Kraft blybe soll, und mir gönnen es; we si arbeite solle, su muess me ne o z'esse
gä. Nimm ume, nimm!« Indessen Uli vermochte doch endlich nichts mehr, nahm die
Kappe in die Hände, betete und stund auf, um weiterzugehen. »Bleib doch,« sagte
Joggeli, »wo wotsch hi? Sie werden schon zum Blass sehen, ich habe es ihnen
streng befohlen.« »He, ih will use, öppe e wenig go umeangere luege, wies mir
gfall«, sagte Uli. »He nu, so gang, chum de wieder yche, wes dih friert, du sost
mir hüt no nit werche,« sagte die Mutter.
    
    »Der wird noch etwas erleben,« sagte Joggeli, »sie sehen ihn gar grusam
ungern kommen; ich glaube, der Karrer wäre selbst gerne Meisterknecht geworden.
Aber es ist mir recht, wenn sie schon wider einander sind. Es ist nie gut, wenn
das Gesind zu einig ist, der Meister muss es immer entgelten.« »He,« sagte
Johannes, »das ist, wie man es nimmt. Ja, wenn das Gesind auf einer Seite ist
und der Meister auf der andern, so geht es dem Meister bös und er kann nichts
zwängen. Aber wenn auch das Gesind wider einander ist und Eines dem Andern das
Mögliche zuleid tut, Keines dem Andern helfen will, so geht es dem Meister auch
bös, denn es geht am Ende doch alles über den Meister und seine Sache aus. Ich
meine, das Wort sei allweg richtig: Friede bauet, Unfriede zerstört. Es will mir
hier nicht recht gefallen. Da ist kein Mensch gekommen, das Ross abzunehmen,
niemand wollte dem Uli tragen helfen; da macht ein jeder, was er will, und sie
fürchten niemand. Das, Vetter, kommt nicht gut. Das muss ich sagen: so bleibt Uli
nicht dabei. Wenn er Meisterknecht sein, die Verantwortung haben soll, so will
er auch Ordnung, da lässt er nicht jeden machen, was er will. Da wirds nun Lärm
geben alles wird auf ihn darkommen, und wenn Ihr ihn nicht unterstützet, so
läuft er fort. Ich will es fry graduse säge: ich habe ihm gesagt, wenn er es
hier nicht länger ausstehen könne, so solle er wieder zu mir kommen, für ihn
hätte ich immer Platz. Er reut uns übel genug, und meine Frau het pläret, wo ich
mit ihm fortgegangen bin, wie wenn er ihr Kind wäre.« Das düechte die alte
Mutter gar schön, und sie wischte bloß vom Hörensagen schon die Augen aus und
sagte: »Häb nit Kummer, Vetter Johannes
