, müsse er Geld haben, und einen größeren Lohn zu geben, vermöge er
nicht. Aber die Frau tat ihm alles durch und wollte von Glück nichts wissen, das
Uli mache, dass sie ihm einen größeren Lohn hätten geben sollen oder dass sie einen
größeren nicht vermöchten; kurz sie war zu einem eigentlichen Redhaus geworden
und ließ Johannes in selber Nacht wenig schlafen. Auch Uli schlief nicht, er war
auch halb reuig; nur der Vetter schnarchte behaglich, dass man meinte, es sprenge
Laden an der Diele auf und Schindeln vom Dache.
    Am andern Morgen war alles wie verstört, aber dessen achtete Joggeli sich
wenig; er machte, dass er fortkam, gab Uli noch einen Walliserbatzen Trinkgeld
und fuhr vergnügt von dannen.
    Uli hätte den Handel gerne aufgegeben, und auch die Frau Meisterin war der
Meinung. Was frage man dem Vetter nach; man hätte ja sein Lebtag nichts von ihm
gehabt und werde nichts von ihm haben, und er wohne ja sieben Stunden dadänne,
man sehe ihn vielleicht in seinem Leben nicht mehr. Uli sagte, wenn er im neuen
Dienst noch alleine wäre, so würde es ihm noch minder machen; aber dass er da
drei, vier Knechte regieren solle, noch Jungfrauen dazu und Tauner die Menge,
das gruse ihm. Er wisse wohl, wie er es mit denen bekomme. Sage er zu allem
nichts, so sei er nur ihr Schuhwisch, und der wolle er nicht sein; wolle er
regieren, so gäbe es Händel, er hätte lauter Streit und wisse nicht, wie dann
der Meister ihn unterstütze. Es wäre wohl am besten, er schicke das Haftgeld
zurück zu rechter Zeit. Aber Johannes war nicht dieser Meinung. Es wäre
schlecht, einen fremden Menschen so anzuführen, geschweige dann einen Vetter. Es
komme nichts von ungefähr, und man wisse nicht, wofür das gut sei. Gewöhnlich
seien die Sachen, wo einem im Anfang am meisten zuwider seien, später einem die
vorteilhaftesten. Jetzt müsse man der Sache ihren Lauf lassen, es werde öppe
beidseitig gut gehen. Wenn Uli nur im Anfang recht süferli tue und suche, Boden
zu bekommen, so werde sich alles machen. Hans, ihr zweiter Knecht, sei gut
angeleitet und hätte vielen guten Willen; es wäre möglich, dass man mit ihm auch
nicht schlecht fahren werde. Jedenfalls sei die Sache jetzt so, lasse sich nicht
ändern; es wäre daher am besten, wenn man sich hineinschicken würde und so wenig
als möglich davon redete.
    So verstrich die Zeit, und Weihnachten nahte. Schneider, Näherinnen,
Schuhmacher wechselten ab auf der Stör, und wenn man es auch nicht sagte, so war
es doch größtenteils Ulis wegen, dessen Kleider man alle
