 Haustier zum nützlichen Gebrauch
angestellt sei. Im Hundehause habe ich mich schon umgesehn, die Stelle ist aber
schon von einer andern würdigen Person besetzt und eingenommen, die mich auch in
ihrem Amtseifer recht derbe angeschnauzt hat. Ich wollte mich bei dem Trutahn
erkundigen, er kollerte ebenfalls was Zorniges daher, und der stolze Pfau wollte
gar nichts von mir wissen. So komme ich denn von jenem unvernünftigen Vieh zum
philosophischen und ausgebildeten Teil der weitläuftigen animalischen Schöpfung,
um mich bei Euch zu erkundigen, ob Ihr denn von meinem Neffen gar nichts wisst.«
    »Seht Ihr, Guido«, rief die Alte, »was der durcheinander welscht und
kaudert, je kunter, je bunter, wie man zu sagen pflegt. Nun denkt er gar, sein
Neffe wäre zu den unglücklichen metaviehischen Wesen übergegangen, was doch
keinen Menschenverstand in sich hat. Nein, mein Lieber, vielfach redender Mann
ich kann Euch das Naturwunder wohl besser erklären, wie es mir schon seit lange
deutlich geworden ist.«
    »Nun?« sagte der Geistliche.
    »Ja, es ist nur«, sagte sie nach einigem Bedenken, »dass Ihr gewiss ein
ungläubiger Freigeist seid, der alles aus der Natur und seiner Philosophie
erklären will. Aber soviel werdet Ihr doch wissen und in Eurem Katechismus
gelernt haben, dass es unsichtbare Wassergespenster gibt.«
    »Gewiss«, sagte der alte Geistliche, »kein Mensch zweifelt daran.«
    »Diese Amvibien nun, und Trutohnen, und Amfulotriten und Neptuns, und wie
die Bestien sonst noch heißen mögen, denn ich habe meine liebe Vittoria, die ich
selber lange gesäugt und gestillt habe, das heißt freilich in ihrer frühen
Jugend, wo sie alle diese marterlogischen Kenntnisse noch nicht haben konnte,
diese habe ich oft von diesen Geschöpfungen und krüppelgamischen Kreaturen reden
hören und mir das Wichtigste und Nützlichste daraus gemerkt, wenn sie so mit
ihrem Herren Serschanten oder Korporale, wie er auch heißt, oder mit ihrer
Mutter reden tat.«
    »Ihr könntet Professor der Mythologie an einer Universität werden«, sagte
ganz trocken der Priester und leerte seinen Becher.
    »Ach! warum nicht gar«, lächelte die Alte, »nach so was ist meine Amputation
niemals gegangen. Man kann nicht alles sein. So ein Professor lässt freilich
einen ganzen Saal voll junger Studenten an sich saugen, dass ihm auch mit der
Zeit Geist und Seele ausfährt, und er zuletzt nur noch was daherstammert, was
weder Kind noch Kegel mehr ist, so hat er sich in das Ungewaschene und
Ungehauene und Ungestochene vertiefen müssen. - Doch wieder auf diese
Wasserteufel zu kommen, so kann ich Euch zuschwören, und ich will es vor jedem
Gericht bestätigen, dass sie da in Tivoli, in
