 Ein lebendiger Mann, der leider
die Weisheit den hölzernen Maulaffen vorpredigt. Kein Mensch hat Andacht.
Geistesandacht hat kein Mensch! - Maulandacht, und eine Zucht und eine Sitte,
wie man Hunde dressiert: so dressiert die ganze Menschheit ihr eigen Gewissen,
sie verstehen's nicht besser, sie wissen nichts davon, dass der ganze Mensch gar
kein Richter mehr über sich selber sein soll, sondern ein lebendiger Anger, wo
kein Urteil mehr stattfindet, sondern lauter Seelennahrung, lauter Himmelsspeis'
der Weisheit; wahre Weisheit, die kann nur genossen werden, nicht beurteilt,
denn die ist größer, als dass der geringe Verstand sie durchschaut, - aber so
geht's! - Was hilft mich die christliche Religion, die Menschen sind Narren und
werden's bleiben, und da hat's dem Herrn Christus auch nicht besser geglückt,
dass er da heruntergekommen ist. Ein Narr, der sich Christ nennt, ist halt eben
auch einer! - Wenn er hundertmal vom Himmelstron heruntergekommen ist, er hat
tauben Ohren gepredigt wie unser geistlicher Herr, oder Narren hat er gepredigt,
die es nach ihrem Behagen ausgelegt haben. - Wäsch mir den Pelz und mach mir ihn
nicht nass, das ist die ganze Geschicht mit der Frömmigkeit. Tu die Augen auf und
werd gescheut, denn unser Herrgott kann keine Esel brauchen, aber ihr werd' Esel
bleiben, und so tragt nur euer schwere Säck von Vorurteil auf eurem Buckel bis
in alle Ewigkeit, ihr seid doch zu nichts tauglich als die Mühl zu treiben, in
der euch der Kopf immer dusseliger wird.« - Aber das war nicht alles, was der
Voigt sagte, und dabei machte er Sätze links und rechts. Jetzt erzähl ich Dir
wieder weiter, wie's noch mit dem roten Kammerherrn weitergegangen ist, alle
Tage sind wir auf der Terrasse, da gibt bald eine Dame, bald die andre ein
Goutée, und dann wieder die Prinzess, aber der Krebs ist immer wieder hinter mich
gekommen, da hab ich mir eine Schawell aus unserm Zimmer geholt und dicht neben
die Kurprinzess gestellt und mich draufgesetzt; und nun ist das alle Tag mein
Platz, und da darf er nicht mehr an mich streifen, und wenn wir spazierengehen
über die Bergrücken nach dem Tee, da nimmt mich die Kurprinzess immer bei der
Hand; sie hat ein klein Blondchen, weiß und rot, dem fliegen die Sonnenhaare so
flammig um den Kopf, dem lieben Hessenkind, ich könnt recht gut mit ihm spielen,
sie halten mich ja doch für ein Kind, weil ich keine Gesellschaftsmanieren hab;
Ball werfen, um die Wett laufen; - aber so einem Prinzesschen ist nicht
beizukommen; da ist eine Frau von Gundlach, die
