's nicht wünschen.« -
Das Wappen hing über seinem Schreibtisch, und da er bei Bauer und Bürger in
großem Ansehen stand, so kamen sie oft zu ihm in schwierigen Angelegenheiten, da
hat er denn durch den Spruch vom Wappen manchen zur Gerechtigkeit oder zur
Nachsicht bewogen, er sei dadurch so im Ansehen gestiegen, dass sein Urteil mehr
wirkte wie alles Rechtsverfahren, und mancher, der dem Buchstaben des Gesetzes
nach sich durchfechten konnte, hat, um nicht das Urteil des Großvaters gegen
sich zu haben, sich verglichen, und der Kurfürst hat sich auch wieder mit ihm
versöhnt und ihm vollkommen recht gegeben, aber der Großvater schlug seine
Anstellung aus, die der Kurfürst ihm wieder anbot; er sagte: »Hat mir Gott das
Hemd ausgezogen und gefällt's ihm, mich schon auf Erden nackt und bloß
herumlaufen zu sehen, so will ich mir keine Staatslivree als Feigenblatt für den
menschlichen Ehrgeiz vorhalten, dem Herrn Kurfürst steh ich zu Diensten in allen
gerechten Dingen, so wie mich Gott geschaffen hat, und der sich nicht vor ihm zu
schämen braucht; ich mag nicht aus meinem Paradies heraus, denn ich mag mich mit
keinem Feigenblatt inkommodieren, ich bin der unverschämteste Kerl von der Welt,
und der Kurfürst ist die sittsamste Jungfer, die unter den geistlichen Würden zu
treffen ist, er will keinen seiner Freunde nackt und bloß herumlaufen oder vor
sein Angesicht kommen lassen; aber mir gefällt es besser, ganz nackend mit
seinen Mummenschanzen herumzuspringen, denn da hab ich den Vorteil, dass sie sich
selbst nicht mehr kennen; denn sie wissen so wenig, was das ist, ein Mensch
sein, dass einer, der ohne Bemäntlung ihnen die Natur eines Menschen, wie sie vor
Gott bestehen kann, darstellt, ihnen natürlich zeigen muss, dass sie selber
Missgeburten sind.« - In dieser Art hat der Großpapa auf des Kurfürsten Anträge
geantwortet. - Die Grossmama besitzt noch eine Korrespondenz, wo mehrere Briefe
von des Kurfürsten eigener Hand dabei sind, mit den Abschriften vom Großvater; -
der Großvater hatte ein Buch gegen das Mönchswesen geschrieben, was gar viel
Aufsehen in damaliger Zeit machte, ins Französische übersetzt wurde, das hat mir
die Grossmama geschenkt; es war die erste Veranlassung zur Unzufriedenheit
zwischen dem Kurfürsten und ihm, weil darin so viel Skandal der Mönche
aufgedeckt ist, und war auch die erste Veranlassung zur Versöhnung; denn der
Kurfürst gibt ihm in einem Brief sehr recht und sagt: »Wir werden diesem
Ungeziefer, das mich mehr plagt als den armen Lazarus, dem ich mich gar sehr
vergleiche, seine Schwären, noch eine Umwälzung in unserer Religion zu verdanken
haben, es vergehet keine Woch, dass nicht verdrießliche Berichte dieser
unflätigen Mönche einlaufen, der Mantel
