 draus. Nur durch Wege konnte man dazu gelangen, die
dem Philister verschüttet sind, Gebet, Verschwiegenheit des Herzens im stillen
Vertrauen auf die ewige Weisheit, auch in dem Unbegreiflichen. - Da stehen wir
an den unübersteiglichen Bergen, und doch: da oben nur lernt man die Wollust des
Atmens verstehen.
    Der Frau das kleine Andenken mit meinem Glückwunsch zum neuen Jahr. Dem Hrn.
R. die ungemachte Weste, seine Vollkommenheit hat mich in Töplitz zu sehr
geblendet, als dass ich mir das rechte Maß hätte denken können, die
Vorstecknadeln seien hier zu geschmacklos, als dass ich ihm eine hätte schicken
mögen, aber lauter und lauter Vergissmeinnicht in der Weste! - Er mag nicht wenig
stolz darauf sein. Sollte sein Geschmack noch nicht soweit gebildet sein, dies
schön zu finden, so soll er nur auf mein Wort glauben, dass ihn alle Menschen
darum beneiden werden; noch muss ich erinnern, dass sie als Unterweste getragen
wird. Nun, er wird mir gewiss schreiben und wird sich bedanken. - Und Du? - hm.
Du Einziger, der mir den Tod bitter macht! -
                                                                         Bettine
Grüß doch die Frau recht herzlich von mir, - es ist ihr doch niemand so von
Herzen gut wie ich.
    Adieu Magnetberg. - Wollt ich auch da - und dorthin die Fahrt lenken, an Dir
würden alle Schiffe scheitern.
Adieu einzig Erbteil meiner Mutter.
Adieu Brunnen, aus dem ich trinke.
 
                                   An Bettine
Du erscheinst von Zeit zu Zeit, liebe Bettine, als ein wohltätiger Genius, bald
persönlich, bald mit guten Gaben. Auch diesmal hast Du viel Freude angerichtet,
wofür Dir der schönste Dank von allen abgetragen wird. - - - - - - - - - - - - -
- -
    Dass Du mit Zeltern manchmal zusammen bist, ist mir lieb, ich hoffe immer
noch, Du wirst Dich noch besser in ihn finden, es könnte mir viel Freude machen.
Du bist vielseitig genug, aber auch manchmal ein recht beschränkter Eigensinn,
und besonders, was die Musik betrifft, hast Du wunderliche Grillen in Deinem
Köpfchen erstarren lassen, die mir insofern lieb sind, weil sie Dein gehören,
deswegen ich Dich auch keineswegs deshalb meistern noch quälen will; im
Gegenteil, wenn ich Dir ein unverhohlnes Bekenntnis machen soll, so wünsch ich
Deine Gedanken über Kunst überhaupt wie über die Musik mir zugewendet. In
einsamen Stunden kannst Du nichts Bessers tun als Deinem lieben Eigensinn
nachhängen und ihn mir trauen, ich will Dir auch nicht verhehlen, dass Deine
Ansichten trotz allem Absonderlichen einen gewissen Anklang in mir haben, und so
manches, was ich in früherer Zeit wohl auch in feinem Herzen getragen, wieder
anregen, was mir denn in diesem Augenblick sehr
