's nicht so haben bei dir, so kann ich noch lange nicht an Abzahlen
meiner Schulden denken.«
    So brachte nun Jeder alle Woche Etwas, das er von seinem Verdienst erübrigen
konnte, und Einer bemühte sich mehr, als der Andere, in die Ersparnisskasse zu
legen. Einige wurden so begierig, dass sie beinahe Weib und Kind hungern ließ,
um desto mehr Geld zusammenzuscharren.
    Das verdross den Schulmeister, und er hob an zu reden: »Es ist wohl gut, dass
ihr mäßig seid, aber Weib und Kind müssen nicht hungern. Wer wohlgenährt ist,
der hat auch Kraft und Mut, zu arbeiten. Freilich, manche Frau, die auch wohl
im Felde arbeiten, oder sonst Geld verdienen könnte, muss jetzt zu Hause bleiben,
und ihre Zeit beim Kochen verlieren. Wäre für jede Haushaltung von selbst schon
Gekochtes da, so würde man kein Holz kaufen und bezahlen, oder es mit
Zeitverlust im Walde zusammenlesen müssen, sondern man könnte vielleicht sogar
jährlich von dem Gabenholz, das die Gemeinde gibt, an Andere verkaufen und Geld
daraus lösen. dabei wäre schön zu sparen. Aber wir müssen das auf andere Weise
anfangen.«
    »Ihr wisst, wir haben in teuren Zeiten elende Sparsuppen gegessen. Warum
sparten wir damals, da wir nichts hatten, und nicht weit lieber jetzt, wo etwas
zu sparen wäre? - Wir haben jetzt Erdäpfel, Obst und Mehl und Brod und Fleisch
in wohlfeilerm Preis. Wir können jetzt mit demselben Gelde, wie in der teuren
Zeit, bessere Kost haben und viel ersparen. Wenn jetzt Einer für uns Alle kocht,
ersparen viele Frauen Zeit, und können auf andere Weise arbeiten und verdienen.
Unter dreißig Kesseln und Häfen braucht es zwanzigmal mehr Holz an einem Tage,
als unter einem einzigen Kessel für dreißig Haushaltungen. Das begreift ihr;
dabei ist Gewinn. Aber wo für viele Menschen zusammen gekocht wird, ist auch an
Salz und Schmalz und Zutat und Geschirr Ersparnis. Lasst uns einen Versuch
machen.«
    So sprach Oswald. Viele wollten; Andere wollten nicht. Oswald ging zum
Müller und beredete ihn, die Sparsuppe zu kochen, und dreimal wöchentlich
Fleisch dazu, besonders zum Verkauf. Diejenigen, welche dazu einstanden, sagten,
wie viel Suppe und Fleisch sie täglich begehrten; es waren ihrer zuerst
siebenzehn Haushaltungen.
    Nun musste der Reihe nach jede Haushaltung, eine um die andere, wenn der Tag
an sie kam, das Holz zum Kochen, und beim Kochen einen Aufwärter oder Gehülfen
geben. Die Müllerin führte beim Kochen die Aufsicht. Alle Tage war Abwechslung
in Suppe und Gemüse. Wer kein Geld hatte, konnte seine Portionen mit Mehl, Obst,
Gemüs und Erdäpfeln zahlen. Das ward Keinem zu
