!«
    Rinaldo, ohne sich auf Lodovicos Bemerkungen einzulassen, sagte: »Wie es
scheint, bist du immer noch ebenso wie sonst bei guter Laune.«
    »Solange es nur angehen will«, - erwiderte dieser, - »werde ich dabei
bleiben. Gute Laune ist eine herrliche Freundin, eine scharmante Gebieterin,
kurz, das liebenswürdigste Weib aller Weiber in der Welt; und ich - wechsle
nicht gern. Was ich habe, behalte ich, solange es mich behält. Geht mir es denn
mit unserem Gewerbe anders als mit der guten Laune? - Ich habe beiher schon mit
mancherlei mich beschäftigt; aber - das weiß der Himmel! - das alte Wesen zieht
mich doch immer wieder an sich, und mir gefällt's nirgends als da, wo es mir
doch - nicht gefallen sollte, wär's auch nur um meines Leibes willen.«
    »Um deines Leibes willen?«
    »Nun? - Ich möchte ihn doch gern bei mir behalten. - Wie viele meiner
Kameraden müssen ihre Leiber nicht auf Rädern und an dreibeinigen Obelisken
zusammensuchen! - Ich weiß nicht, wie es kommt, dass man sich an etwas gewöhnen
kann, das doch nie als Gewohnheit respektiert wird.«
    Rinaldo schwieg. Langsam ritten sie weiter. - Gegen Mittag waren sie einem
Dorfe nahe, auf welches zugeritten werden sollte. Lodovico bat, rechts feldein
nach dem Forste zu zu reiten.
    »Dort«, - sagte er, - »treffen wir Leute von uns an. Aber im Dorfe liegen
Soldaten.«
    Kaum hatte er dies gesagt, als querfeldein eine Reiterpatrouille auf sie
zusprengte.
    »Alle Wetter!« - schrie Lodovico. - »Da kommen Dragoner!«
    »Ruhig!« - sagte Rinaldo. - »Ich will schon mit den Dragonern fertig
werden.«
    Die Dragoner hielten an. Rinaldo ritt auf sie zu, grüßte und wollte vorüber,
als der Wachtmeister ihm ein: »Haltet an!« entgegenrief.
    »Was gibt es?« - fragte Rinaldo.
    WACHTMEISTER Es gibt hier herum mancherlei, was es nicht geben sollte.
    RINALDO Wieso?
    WACHTMEISTER Umsonst patrouillieren wir nicht herum. - Vor allen Dingen, die
Pässe aufgezeigt!
    RINALDO Und wenn wir keine haben? -
    WACHTMEISTER Zum Offizier, ins Quartier!
    RINALDO Auch das nicht! - Ihr drei Mann, wir zwei.
    WACHTMEISTER Nun? Da meint der Herr doch nicht etwa gar -
    RINALDO Was ich meine, davon kann nicht die Rede sein, sondern davon, was
ich will.
    WACHTMEISTER So? - Und was will denn der Herr?
    RINALDO Dass man mich ungestört meines Wegs reiten lassen soll. - Wofür hält
der Herr Wachtmeister mich? Bin ich ihm verdächtig?
    WACHTMEISTER
