 nicht wissen -
    CINTHIO Sprich. - Willst du mich auch ängstlich machen?
    EUGENIA Du wirst doch auch wohl von dem großen Räuber, Rinaldini, gehört
haben? - Der ist bei uns, mitten im Lande.
    CINTHIO Unmöglich!
    EUGENIA Nein, nein! Es ist wahr. Er muss ein schrecklicher Mensch sein! - Die
Miliz hat seine Bande angegriffen. Sie sind noch im Gefecht. Nun sind auch
unsere Soldaten aufgeboten worden und die Jäger dazu. Da meint nun mein Vater,
du könntest dein Probestück ablegen und an seiner Stelle mit gegen die Räuber
ziehen. - Ich kenne dich. Du wirst's tun. Und das ist es, was mich so ängstlich
macht. - Du kannst erschossen werden. Und wenn sie dich nun tot in unser Haus
brächten. - Ach! das könnte ich nicht überleben.
    CINTHIO Also wünschest du, dein Vater möchte lieber selbst mit ausziehen?
Nicht wahr?
    EUGENIA Ja freilich?
    CINTHIO Der arme alte Mann! - Wenn sie ihn nun tot in sein Haus brächten? -
    EUGENIA Ach, heilige Mutter Gottes! das würde mir das Herz zerreißen. Aber
ich hätte doch dann dich noch. Wenn du aber umkommen solltest - mein Vater ist
alt -
    CINTHIO Ich dächte, ein anderer Liebhaber wär' weit leichter
wiederzubekommen als ein anderer Vater.
    EUGENIA Das wohl! Aber doch kein Cintio.
    CINTHIO Ich danke dir, liebe Eugenia, für deine Aufrichtigkeit. - Aber was
ist nun zu tun?
    EUGENIA O! der hässliche Kerl, Rinaldini.
    CINTHIO Er soll ein artiger Mann sein.
    EUGENIA Ei meinetwegen! Wenn er nur schon in der Luft hinge, dass du
hierbleiben könntest, da wär' er noch zehnmal artiger für mich.
    RINALDO Ich will einen Vorschlag tun. Statt Cintio schicke du mich gegen
Rinaldini, ich will ihn dir zum Hochzeitsgeschenk bringen.
    EUGENIA Behaltet ihn, wenn Ihr ihn kriegen könnt! Er wird teuer genug
bezahlt. Ich gönne Euch alles und mag nichts davon haben. Wenn ich meinen
Cintio behalte, habe ich Überfluss in allen Ecken.
    CINTHIO Gutes Mädchen!
    EUGENIA Cintio! stelle deinen Freund für dich, weil er Lust dazu hat.
    CINTHIO Dann wird er aber auch deines Vaters Dienst bekommen.
    EUGENIA Das ist auch wahr!
    CINTHIO Und was fangen wir dann an?
    EUGENIA Je nun! wir müssten zusehen, wie wir durchkämen. Wenn wir nur am
Leben bleiben, so hat es nichts zu sagen. Wir wollen uns schon rühren.
    CINTHIO Und was würden die Leute von mir denken und sagen? Ich sei ein
feiger Kerl. - Willst du einen solchen elenden Burschen zum Manne haben?
    EUGENIA Freilich wär' das auch schlimm! - Was ist also zu tun?
    CINTHIO Ich
