 mein Herr! so werde ich schon besser dafür
sorgen, dass Sie mich auch wie eine Ehefrau finden sollen. Darauf kannst du dich
verlassen. Ich muss lachen, wie es mich überrascht hat. Aber bilden Sie sich nur
nicht ein, mein Herr, dass du so unmenschlich liebenswürdig bist. Diesmal war es
eigener Wille, dass ich meinen Vorsatz brach. - Der erste und der letzte Wille ist
immer der beste. Dafür, dass die Frauen meistens weniger sagen, als sie meinen,
tun sie bisweilen mehr als sie wollen. Das ist nicht mehr als billig: der gute
Wille verführt euch. Der gute Wille ist etwas sehr gutes, aber das ist schlimm
an ihm, dass er immer da ist, auch wenn man ihn nicht will. - Das ist ein schöner
Fehler. Aber ihr seid voll von bösem Willen und verstockt euch darin. - O nein!
wenn wir verstockt scheinen, so ist's bloß weil wir nicht anders können und also
nicht böse. Wir können nicht, weil wir nicht recht wollen; es ist also nicht
böser Wille, sondern Mangel an Willen. Und an wem liegt da wieder die Schuld als
an euch, dass ihr uns nicht mitteilen wollt von eurem Überfluss, und den guten
Willen allein behalten wollt? Übrigens ist's ganz wider Willen gesehen, dass ich
hier so in den Willen geraten bin, und ich weiß selbst nicht was wir damit
wollen. Indessen ist's immer besser, wenn ich mein Mütchen an einigen Worten
kühle, als wenn ich das schöne Porzellan zerschlüge. Bei dieser Gelegenheit habe
ich mich doch von meinem ersten Erstaunen über Ihr unerwartetes Patos, Ihre
vortreffliche Rede und Ihren rühmlichen Vorsatz etwas erholen können. In der Tat
ist dies einer der seltsamsten Streiche von denen, die Sie mir die Ehre
verschafft haben kennen zu lernen; und so viel ich mich erinnern kann, haben Sie
schon seit einigen Wochen bei Tage nicht in so gesetzten und vollen Perioden
geredet, wie in Ihrer gegenwärtigen Predigt. Ist es Ihnen gefällig, Ihre Meinung
in Prosa zu übersetzen? - Hast du den gestrigen Abend und die interessante
Gesellschaft wirklich schon ganz vergessen? Freilich, das wusste ich nicht. -
Also darüber bist du böse, weil ich zu viel mit Amalien gesprochen habe? -
Sprechen Sie doch so viel Sie wollen und mit wem Sie wollen. Aber artig sollst
du mir begegnen, das will ich haben. - Du sprachst so sehr laut, der Fremde
stand gleich daneben, ich war ängstlich und wusste mir nicht anders zu helfen. -
Als unartig zu sein, weil du ungeschickt warst? - Verzeih mir nur! Ich bekenne
mich schuldig, du weißt wie verlegen ich mit dir in Gesellschaft
