 Doch zum Glücke grenzen wir
ja mit ihnen.
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Der Präsident hatte Ernstens Bestimmung schon erfahren, als dieser sie ihm
anzeigte; doch stellte er sich, als hörte er etwas Neues von ihm. Auch wusste er,
dass sein Neffe bei Kalkheim gewesen war.
    PRÄSIDENT: So! Oberkammerrat, Neffe! Das geht geschwind! Ich gratuliere. Und
der Oberkammerrat *** abgesetzt?
    ERNST: Der Fürst stellt ihn nach seinem Wunsche am Hofe an.
    PRÄSIDENT: So! am Hofe! Der Mann war mein Freund - er wird es ja wohl
bleiben trotz der Veränderung. Sie glauben nicht, lieber Neffe, wie weh es einem
tut, wenn ein Mann, mit dem man lange still und ohne Zänkerei den schweren
Amtsweg gegangen ist, aus einem Departement abgeht.
    ERNST: Liebster Oheim, das hieße doch auch diesen Amtsweg auf eine allzu
ruhige Art wandeln wollen und setzte gar voraus, dass man sich gänzlich über
diesen Weg miteinander verstände. Gleichwohl ist der Zweck nicht unser
Einverständnis. Ich von meiner Seite freue mich wenigstens, dass ich bei dem
Eintritt in die Geschäfte in meinem Oheim ein erfahrnes Oberhaupt vor mir finde.
    PRÄSIDENT: Und zugleich Ihren ersten Blutsverwandten. Denken Sie denn,
Neffe, dass mich dieses nicht auch freut, recht sehr um meinetwillen freut?
Auch würde es mich um Ihrentwillen ebenso sehr freuen, aber nicht alle denken
wie Ihr Oheim, lieber Neffe. Diese Geschäfte setzen so viele Erfahrung, so viele
Kenntnisse voraus! Freilich gibt sich das mit der Zeit, besonders wenn man
einige Jahre bloß zuhört; aber werden die Alten nicht sagen: Ihr Neffe ist doch
gar zu jung, um gleich da anzufangen, wo andre aufhören?
    ERNST: Darin haben die Alten nicht unrecht; doch da es der Fürst nun einmal
wollte, und auf eine Art wollte, welcher nicht zu widerstehen war, so halte ich
mich an die Lehren des Kammerrats Kalkheim. Bei ihm will ich in die Schule
gehen, und er ist eine so gute Quelle, dass er mich nicht Mangel leiden lassen
wird.
    PRÄSIDENT: So! Sind Sie etwa gestern bei ihm gewesen?
    ERNST: Ja, ich habe ihn mir geworben, und der Fürst wies mich selbst an ihn.
    PRÄSIDENT: So! Der Kammerrat hätte, der Rangordnung wegen, doch wohl zu
Ihnen kommen können.
    ERNST: Darauf sehe ich nicht; ich brauche ihn, nicht er mich. Und da mir der
Fürst die Grafschaft *** übergab, wem hätte ich mich besser anvertrauen können
als ihm?
    PRÄSIDENT: So! Ist er wieder eingesetzt, und zwar als Kammerrat? Sonderbar,
höchst sonderbar, dass der Präsident dieses alles nur so von der Seite hört! Ein
Oberkammerrat abgesetzt, ein Oberkammerrat angestellt
