 die Jünglinge und Mädchen. O, unsere Wohltäterin! riefen
alle, und fielen vor ihr nieder. -
    Elisa. Steht auf, meine Kinder, und setzt Euch hier neben mich. (Alle
gehorchten, und setzten sich auf die Bänke, welche Elisa für sie hatte
hinstellen lassen. Sie fährt fort.) Wir werden uns vielleicht nun nicht mehr oft
sehen; es ist vielleicht heute das Letztemal, dass wir hier alle versammelt sind,
und glaubt mir, meine Kinder, die Trennung von Euch geht mir nahe; denn Euer
Wohl liegt mir am Herzen! - Doch sie ist notwendig. Ihr seid nun in einem
Alter, in welchem Ihr Euch selbst Euren Unterhalt erwerben könnt, und es ist
meine Sorge gewesen, Euch in den Stand zu setzen, dieses tun zu können. Nun ist
es Eure Pflicht, für Euch selbst zu sorgen. O, meine Kinder, Ihr nahmt heute die
Verbindlichkeit auf Euch, gute Menschen zu sein; vergesst dieses nie, wenn Ihr
wollt, dass es Euch wohl gehen soll! Seid treu in Eurem Dienste, arbeitsam,
geduldig und liebreich gegen Eure Nebenmenschen; dann werden Eure Herrschaften
Euch lieben und Eure Treue belohnen, und diejenigen, mit denen Ihr umgeht, Euch
gerne Gefälligkeiten erweisen. Lebt aber auch ordentlich und eingezogen; denn
eine liederliche Lebensart stürzt in Unglück, Krankheit und Laster, und seid
versichert, dass, wenn Ihr Euch gut aufführt, Ihr immer in mir eine Mutter finden
werdet, die bereit sein wird, Euch zu helfen. Kommt nur zu mir, wenn Ihr in
Mangel oder in Elend geratet, selbst wenn die geringste Widerwärtigkeit Euch
trifft, ich werde Euch unterstützen. Alles, was ich für Euch tat, geschahe in
der Absicht, Euch glücklich zu machen, und es würde mich sehr kränken, wenn Ihr
durch eine schlechte Aufführung selbst Euer Glück zerstörtet. O, meine lieben
Kinder, versprecht mir, dass Ihr mir nie diesen Gram machen wollt!
    Alle weinten, und fielen wieder zu Elisa's Füßen, die nächsten umfassten ihre
Kniee. O, gnädige Frau, o, unsere liebreiche Mutter! nimmer! nimmer!
    Elisa. Wenn das ist, meine Kinder, so werde ich Euch ruhiger von hier ziehen
sehen; und solltet Ihr auch einmal einen Fehltritt begehen, so verliert doch
nicht Euer Zutrauen zu mir, kommt auch dann noch zu mir, auch dann werde ich
Euch aufnehmen, Euch zurecht weisen; denn nie werde ich aufhören, Euch zu
lieben! - Sollten jetzt einige von Euch sein, welche noch keinen Dienst haben,
oder noch kein Mittel wissen, sich ihren Unterhalt zu erwerben; so können sie,
bis sie einen Dienst bekommen, hier in Wallental auf
