 er Beichtkinder, eigne Kinder und Weine und indianische Hühner genug hat,
wäre gut daran; aber falsch: Hetz leidet es nicht. Denn sobald die Suppe auf dem
Tische raucht: so umschifft Hetz den Tisch, springt in die Höhe - seine Schnauze
liegt dann wasserpass in einer Ebene mit der Rehkeule - und billt und stochert
mit dem Kopfe an jedes Knie so sehr, besonders ans geistliche, dass der Mann
seines Orts wie in einem Fegefeuer fortschlucket und häufig nicht weiß, käuet er
Zucker oder Salz. Es rettete ihn nicht, dass er oft den Hund selber anboll; die
Radikalkur dagegen aber wäre bloß die, Hetzen nie einen Bissen zu geben. Er
hielt es auch oft tagelang: aber in der nächsten Mahlzeit bewarf er aus
Vergessen oder Unwillen den Plagegeist mit einem Knochen. Dieser einzige Knochen
verhunzte den ganzen Hund. Dem Seelenhirten ist, besorg' ich, so lange nicht zu
helfen, bis Hetz, der von selbst sich nicht ändert, etwa verreckt. Mir hingegen
begegnet Hetz mit Vernunft und Schonung: warum? - Solang ich an jenem Tische aß,
schenkt' ich Hetzen keine Faser, ohne Ausnahme. Auf Hetze und Menschen wirkt
Festigkeit allmächtig. Wer keinen Hund erziehen kann, Herr Rittmeister, kann
auch kein Kind erziehen; ich würde Hofmeister, welche in mein Brot wollten, an
keinen Probierstein streichen als an den, dass sie mir Eichhörnchen und Mäuse
zähmen müssten: wers am besten verstände, zög' ein, z.B. Wildau wegen seiner
Bienenzähmung.« - - Aber meine gnädige Pate lachte nie herzhaft über meine oder
Fenkische Scherze; hingegen über einen Hoppedizelischen lachte sie sehr, und
doch hat sie uns beide lieber.
    Wenn ich noch zwei Erzieh-Idiotismen - wovon der eine ist, dass ich den Witz
meines Zöglings so stark als seinen Verstand übte, der zweite dass ich lauter
Autores aus Zeitaltern von unedlen Metallen mit ihm traktierte - in einem
Extrablatt werde gerettet haben: so gehen wir weiter in sein Leben hinein.
                                   Extrablatt
   Warum ich meinem Gustav Witz und verdorbne Autores zulasse und klassische
                 verbiete, ich meine griechische und römische?
Ich muss vorher mit drei Worten oder Seiten beweisen, dass und warum das Studium
der Alten niedersinke1 und dass es zweitens wenig verschlage.
    Wir sind bekanntlich jetzt aus den philologischen Jahrhunderten heraus, wo
nichts als die lateinische Sprache an Altären, auf Kanzeln, auf dem Papier und
im Kopfe war und wo sie alle gelehrte Schlafröcke und Schlafmützen von Irland
bis Sizilien in einen Bund zusammenknüpfte, wo sie die Staatsprache und oft die
Gesellschaftsprache der Großen ausmachte, wo man kein Gelehrter sein konnte,
ohne ein Inventarium alles römischen und griechischen Hausrats und einen Küchen-
und Waschzettel dieser klassischen Leute im Kopfe zu führen.
