 ich
fertig, hab's nun auf einmal - dass ich selbst nicht mehr weiß, was ich mich so
eifrig angeschickt hatte, Dich wissen zu machen. Der Sachen erinnerte ich mich
genug, nur konnte ich mich ihrer nicht auf die Weise erinnern, wie sie Dich so
mächtig interessieren sollten. Wer weiß, vielleicht hätte meine Materie mir
weniger dürftig geschienen, wäre zu ihrer Abhandlung die Feder nicht so schön
geschnitten, und gleich anfangs so tief eingetaucht gewesen. Nun ist's drum
geschehen; das ganze Abenteuer mit allen seinen Zufällen und Zubehören,
Schelmereien, Zaubereien, Heldentaten und Wundern, kommt mir in diesem
Augenblicke nicht viel interessanter als ein Ammenmärchen vor - zum Erzählen
wenigstens. Versteh! Du Klemenz von Wallberg warst es nicht, welcher bei
dermaliger Katastrophe in dem Falle war - etwa vergiftet, erstochen, aus einer
Kanone geschossen, oder in einen Papagei, Drachen, Teufel, oder Gott verwandelt
zu werden: ich war es; und glaube mir, so etwas will in eigener Haut erfahren
sein. Demnach sollst Du mir erlauben, und zwar recht gerne, dass ich Dich heute
von ganz andern Dingen, als von meinen Begebenheiten im Feenlande unterhalte.
    Wo fang ich an? Ich habe Dir die Menge Neues von mir und meiner hiesigen
Lage zu erzählen. Meine besten Stunden bring ich in Klerdons Hause zu. Es kostet
Mühe, auf einen etwas vertraulichen Fuß darin gelitten zu sein, aber mir wird's
glücken. Klerdon fühlt und versteht mich ganz, und durchgängig steh ich in sehr
gutem Rufe. Dass ich immer eine oder die andre Prinzessin, welche mich ihrer
vollkommensten Hochachtung würdigt, ausnehmend verehre - zuweilen auch zwei,
drei auf einmal - weiß kein Mensch so recht: man sagt nur: der Allwill ist
überall wie das Kind, wie der Bruder im Hause. - Du begreifst! ... und gewiss,
bester Wallberg, ich komme fast immer ganz unschuldig dazu, stifte auch überall
viel mehr Gutes als Böses. Einen Anschlag auf irgendein weibliches Geschöpf zu
machen, um es zu verführen, ist von jeher so ferne von mir gewesen, dass ich
einen Menschen, der dazu fähig ist, nicht ohne Hass und Ekel ansehen kann. Dass
aber eine freundschaftliche Verbindung so warm und innig werde, dass sie ferner
kein Maß noch Ziel mehr wisse - wer könnte das Herz haben, sich davor zu hüten?
- - - Mit Deinen Kousinen hat's davor gute Wege; die wandeln in einem Lichte,
das sie meiner Leuchte entübriget. Und Amalia - den möcht ich sehen, dem es nur
von fern einfallen könnte, ihr etwas anders sein zu wollen, als Gast an Klerdons
Herde. Mir ist sie sehr gut, weil
