 ein paar dazu oder davon, anders gemischt und
anders gespielt.
N.S. Mir fällt ein, Ihnen einen Brief beizulegen, den Eduard mir jüngst aus
Kambeck schrieb. Ich muss ihn aber unfehlbar zurückhaben, um zu seiner Zeit die
erste Hälfte davon dem Verfasser wieder vorzulegen. Der gute Allwill glaubt
schon geliebt zu haben. Aber dennoch wieviel Wahres liegt nicht in seinem
leichtfertigen Geschwätz! Die Waldbegebenheit wird Sie freuen.
                           Beilage zu Klerdons Briefe
                                Eduard an Klerdon
Es war gar nichts von einem Schlagflusse, mein Bester, was Ihnen so fürchterlich
beschrieben worden; nur ein heftiger Schwindel, der seine guten Ursachen hatte.
Es ist nun wieder besser, und mir nicht mehr bei Strafe - des ewigen Lebens,
oder - des Tollhauses verboten, zu lesen, zu schreiben, oder sonst etwas
Menschliches zu beginnen. Auch scheint die Sonne wieder am heitern Himmel; die
Luft ist still; ich und die ganze Natur, wir sind bei gutem Humor.
    In unserm C** heißt's also, ich sei der Frau von Kambeck im Netze, oder noch
besser, ich liege ihr zu Füßen, bete sie an? Mag's doch! aber Sie, lieber
Klerdon, sollen die Sache besser wissen. Hören Sie mein ganzes Geheimnis. Der
Umgang des andern Geschlechts reizt mich unendlich; die artigen Geschöpfe haben
so etwas Sanftes, Anschmiegendes, das mir behagt. Neben ihnen stimmt allmählich
das allzu Heftige in meiner Empfindungsart sich herab; sie stehlen mir
Gleichmütigkeit und Ruhe ins Herz. Kömmt nun gar noch eine etwas nähere
Beziehung hinzu, und ich fahre mit meiner Juno droben auf den Wolken, und die
Stutzerchen unten klettern die Berge hinan, und türmen ihre Felsen aufeinander -
oh, Klerdon, das bringt immer richtig meinen Satan um all sein Latein; es ist so
gut, als ob er in einem Weihkessel scheiterte, und ich - habe gewonnen Spiel.
Aber bei allem dem, oder vielmehr eben deswegen ist es mir ein unerträglicher
Gedanke, von eben belobten Göttinnen irgendeine anzubeten, ihr in ganzem Ernst
zu Füßen zu liegen. Vor Jahren, ja, da waren Rolands Taten auch meine Sache;
allein ich ward doch ziemlich bald inne, wie es im Grunde mit meinen
»Unsterblichen« beschaffen war, und bemühte mich glücklich, den Willen des
allgewaltigen Schicksals auch zu dem meinigen zu machen.
    Lieber, ich habe nichts dagegen, dass es Klarissen, Klementinen, Julien, und
sogar heilige Jungfrauen von unbefleckter Empfängnis überall gebe: aber, ich
bitte, nur keinen zu großen Lärm davon! Denn seht, diese erhabenen Einbildungen
sind schuld, dass so viele Menschen verächtlich von denen Weibern denken, die -
Gott gemacht hat, von Weibern für diese Erde, und nicht für
