, aber als eine Schlafstäte, die mir desto
erträglicher vorkam, je später ich sie zu erreichen hoffte. War es also nicht
Schade, dass dieses wollüstige Hingeben meiner selbst, diese auf Genuss und
Zeitgewinn gezogene fröhliche Rechnung, durch eine Grille des Marquis gestört
wurde, zu der ich mir noch dazu vorwerfen musste, ihm die erste Veranlassung
gegeben zu haben?
    Er befahl seinem Kutscher zu halten, blickte mir in meine sanft
hinsterbenden Augen, und nötigte mich doch unter folgendem Gespräche aus dem
Wagen. - »Guter Wilhelm! wenn ich dich so über der Natur brüten sehe, sollte es
mir beinahe leid tun, dich von deinem behaglichen Neste aufzuscheuchen.« - »Wie
so, lieber Marquis?« - »Ja nun, hier müssen wir uns auf die Füße machen und
einen andern Weg suchen.« - »Einen andern Weg? Wohin denn?« - »Nach meiner
Bastide. Du denkst doch wohl nicht, dass sie am Ende der großen Allee liegt? Das
wäre der Rede noch einmal wert.« - »Das - bester Mann - habe ich wirklich
geglaubt.« - »Nun so hattest du dich wieder einmal in dein Vaterland verflogen.
Ein Schlag von Sommerhäusern wie die unsern, und eine prächtige Deutsche Allee
zum Zugange würde gut passen.« - »Aber, ums Himmels willen, wie kommt man denn
zu deiner Bastide?« - »Eigentlich, lieber Freund, auf der Chaussee, die wir
halben Weges verlassen haben; kürzer aber um vieles, wenn wir uns hier
seitwärts, so gut es gehen will, durch das Gebüsch helfen. Es kommt auf eine
böse Viertelstunde an, so treffen wir auf einen verlassenen Steinbruch, hinter
welchem meine kleine Besitzung liegt. Ich habe ihn kürzlich dazu gekauft, ihn
vollends durchbrechen lassen, und mir dadurch einen weit nähern Eingang
verschafft, der nur einige äußere Verzierung bedarf, um als etwas Rechtes in die
Augen zu fallen. Da sind mir nun eine Menge Plane durch den Kopf gegangen, ohne
dass ich noch mit mir einig geworden bin. - Du kamst mir wie gerufen. Dein
Ausspruch soll entscheiden. Das beschloss ich gestern vor dem Hause des
Italienischen Baumeisters, bei dem du in der Lehre gewesen bist, legte deswegen
Beschlag auf dich und deine Talente, und rechnete auf deine Vergebung, wenn ich
dich mit dieser Spazierfahrt überlistete, trotz der Alzire, die dich beinahe mir
abwendig gemacht hätte. Du siehst, dass ich meine eigennützigen Absichten gar
nicht beschönigen will. Wie leicht könnte ich sie sonst hinter deine Nachkur
verstecken! In Rücksicht dieser müsstest du mir noch danken, dass ich dein welkes
Gesicht an die Sonne gebracht habe.« - »Hol der Henker seine kahlen
Entschuldigungen,
