 Purschen den Berg, der nicht einmal weiß, wie er einer Dame mit
Grace die Hand küssen soll, oder auf den pedantischen Walter. O wer sich weisen
ließe! - Glaube doch nur, Kind, dass ich diese Leute kenne. Selbst von dem
besten, zu dem ich dir noch am besten raten würde, dem ehrwürdigen Herrn
Walter, ließ sich gar viel sagen; er war ehemals meines Bruders Hofmeister, ich
hatte täglich Gelegenheit ihn zu sehen, und du kannst mir also ja wohl glauben.
- Pfui, Ninon, ein Mädchen wie du, einen ehemaligen Hofmeister zu heiraten!
eine ehrwürdige Frau Pfarrerinn zu werden! ich hätte mir andere Hoffnungen von
dir gemacht! - Und nun vollends der alte Wachtmeister! Lass mich nichts von ihm
sagen, er ist zu alt und zu hässlich, als dass du im Ernst an ihn denken solltest.
So oft ich ihn ansehe, fällt mir der Blaubart aus den Feenmärchen ein. Es heißt,
er wird seinen Abschied fordern, und sich hier in der Nähe ein Gut kaufen, denn
Geld hat er genug. Da wird er dich einsperren, und dir keine von der Freuden
gönnen, die du bisher genossen hast, keine von denen noch süssern die du noch
nicht kennst, und die in der Welt auf dich warten. Von dem albernen
Regierungsrate will ich gar nichts erwähnen, etwas steiferes, gedrechseltes als
sein Betragen lässt sich gar nicht denken, er kann dir nicht gefallen, man muss
lachen wenn man ihn ansieht. Er denkt auch W... Nun nun, er mag nur an einen so
großen Ort kommen, da wird man schon sehen, was er für eine Figur machen wird.
Du armes Kird, du solltest mich dauern, wenn du von einem solchen Menschen in
die große Welt eingeführt werden solltest. Noch einmal, glaube mir, dies sind
keine Partien für dich, das muss ich wissen. Wenn ich auch den Jahren nach eben
nicht mehr Erfahrung haben kann, als du, so habe ich doch die Welt gesehen, und
dieses macht einen klüger als zehn Jahre Erfahrung. Tausend Dinge habe ich dir
noch von oben genannten drei Herren zu sagen; du musst mich besuchen, oder ich
will schon Mittel finden, dich zu mir zu bringen, ich bin ohne dem diesen Abend
ganz krank. Gute Nacht Frau Wachtmeisterinn, oder hörst du dich lieber Madam
Walter nennen? - Nun Kind ich habe dir meine Meinung gesagt, tue was du willst,
ich muss mirs gefallen lassen, doch wisse, wählst du den Regierungsrat, so ists
mit unserer Freundschaft aus, ich könnte mit der Frau dieses Mannes keinen
Umgang haben, und wenn - - Noch einmal, lebe wohl.«
    Dieser
