 ich mich pflege, mir in Essen und Trinken
gütlich tue und recht vergnügte, müßige Tage habe. Mit dem Pfarr spiele ich
zuweilen ein Picketchen, bin vergnügt und lasse den lieben Gott einen guten Mann
sein. Blitz! was mir der Pfarr noch täglich die Ohren voll räsoniert, dass er
sich damals von dem Donnerkerle, dem Siegfried, so hinters Licht führen ließ und
ihm Deine ganze Historie vorplauderte und endlich gar noch Ursache war, dass Dir
Dein Ulrikchen weggenommen werden konnte. Er will sich gar nicht zufriedengeben.
Schreib doch an ihn und sprich ihm Trost zu! Ich sage immer, wenn er so
lamentiert: es ist ja zu des Jungen seinem Glücke ausgeschlagen; wenn Sie sich
nicht so hätten übertölpeln lassen, so wäre er ja itzo nicht, was er ist, so
könnte er ja seine Ulrike itzo nicht zur Frau haben, so hätte ich ja das Gütchen
itzo nicht mit meinem Weibchen so allein zu genießen und könnte mir nicht so
wohl sein lassen. Aber der Mann hört nicht. Solange er nicht Dein Wort hat, dass
Du ihm seine damaligen dummen Streiche vergibst, solange kann er nicht eine
Minute recht mit Verstande Picket spielen. Er macht einen Pudel über den andern,
und die Unruhe ist ihm nur erst wieder angekommen, seitdem er gehört hat, dass Du
ein großes, vornehmes Vieh geworden bist. Du kannst ihm ja vergeben. Er schwört
Stein und Bein, dass keine Bosheit dabei gewesen ist und dass er sich aus guter
Herzensmeinung gegen Dich von dem Banditen, dem Siegfried, so treuherzig hat
machen lassen. Aber der Schurke, der Siegfried, gibt sich itzo selbst seinen
Lohn. Seitdem Du von uns weg bist, hat er alle Tage gesoffen, dass er vom Morgen
bis zum Abend keine Minute den Himmel erkennen konnte, und die dicke
Watschelente, seine Frau, mit ihn. Das ging alle Tage zu wie bei dem reichen
Manne. Unser Dorf ist auf diese Art in die Kehle hinunterspaziert. Es ist schon
lange verkauft, und mit dem andern Gute wird's nächstens auch so kommen. Über
dem vielen Trinken sind sie krüppelicht, kontrakt und elend wie der arme Lazarus
geworden. Da liegen sie und können sich weder helfen noch raten, müssen sich
heben und tragen lassen und saufen noch alle Tage, dass sie springen möchten. Sie
werden's nicht lange mehr antreiben; denn wenn sie sich nicht bald zu Tode
trinken, so müssen sie aus dem Gute, und dann mögen sie bei den lieben Vögelein
in hohlen Bäumen schlafen und hungern und betteln. Unrecht Gut gedeihet nicht,
das ist mein Spruch, und darum hab ich in der Welt nichts vor mir gebracht,
damit ich nichts unrecht Erworbnes auf meinem Gewissen
