 dem
Wunsche, dass die keusche Nymphe (wir hoffen: unbeschadet ihrer Keuschheit,) auch
diesem Umstande abzuhelfen vermögte, so gut als jener Bach aus dem Altertume,
dessen Namen er nicht zu wissen scheint, womit wir ihm aber auf Verlangen gar
gerne andienen wollen. Das Einzige was wir noch tadeln mögten, sind die
Hekatomben. Wenns noch Eine Hekatombe wäre! Wiewohl auch das wäre für einen
Dichter, der selbst keine Heerden hat, schon zu viel. Vollends Hekatomben in der
mehreren Zahl! Wo will er die bei jetzigen schweren Zeiten hernehmen? - es
müssten denn gute Namen sein. Die sind freilich leicht geschlachtet, aber
unstreitig für ein so artiges Göttermädchen, als die Najas unsers lieblichen
Rosenbachs unstreitig sein muss, wohl kein liebliches Dankopfer. Wir empfehlen
unserm Verfasser Lektüre und Übung. Wenn er dann künftig ein klein wenig
nüchterner ans Werk geht, so darf er kecklich unter die besten Dichter unsers
Vaterlandes treten.«
    Das war die erste Eingebung, die der Herr Bartel Schwalbe von der Tochter
der Pansophei1 empfing. Durch welche Öffnung aber, und in welchem Vehikulo,
überhaupt auf welche Art sie in seinen Körper gekommen war, das wird sie, die
Göttinn Kritika, am besten wissen.
                                    Fußnoten
1 S. Ramler's Oden. Wissentlich mag ich keinem Menschen eine Sylbe stehlen.
 
                              Siebzehntes Kapitel.
                    Der Heer Autor spricht von sich selbst.
Ich habe zwei Freunde ...
    »Zwei? Herr Autor, Sie sind ein Prahler!«
    Leser, das bin ich nicht. Was könnt es mir, im Fall ich prahlen wollte, auch
wohl helfen, mich einer Glückseligkeit zu rühmen, die so wenig Menschen zu
schätzen wissen? Dann hätt ich lieber gesagt: ich habe zwei Tonnen Goldes; und
du hättest mir das eben so wohl glauben müssen, da du mich nicht kennst, auch,
wenn Gott Harpokrates kein Schelm ist, nie kennen lernen wirst, und man zudem so
viel Freimut bei mir finden kann, als wenn ich zweihundert Tonnen Goldes hätte.
Um dir auch zu zeigen, dass ich kein Prahler sei, will ich dirs wohl vertrauen,
dass ich weder Vermögen noch Ansehen habe. Aber vergiss nicht, lieber Leser, dass
ich dir dieses bloß im Vertrauen sage; du musst es beileibe nicht unter die Leute
bringen. Man hat so seine Konnexionen mit Fleischern, Weinhändlern und Beckern,
und die müssen dergleichen nicht erfahren. Was den Schneider betrifft, der mags
immer erfahren, denn dieses Kleid, das ich anhabe, kann für einen Autorrock noch
immer seine vier oder fünf Jahre aushalten. Es ist auf beiden Ellenbogen noch
ganz, und hat überall außer der Farbe, die, wie du weißt, zur Haltbarkeit des
Tuches nichts beiträgt,
