 den Gefallen, wenn es möglich
zu machen wäre. Aber in diesem Lande! - Man muss nicht daran denken. In magnis et
voluisse fat est, wie Aristoteles sagt. - Seine Gnaden mögen dermalen mit meinem
guten Willen fürlieb nehmen.
    Dem Himmel sei Dank, dass die lange Rede des Schulmeisters zu Ende ist! Die
Finger schmerzen uns vom Nachschreiben, und wir wünschen herzlich, dass unsre
Leser vom bloßen Lesen nicht etwa die Darmgicht bekommen mögen! Um das so viel
an uns ist zu verhüten, haben wir von neun lateinischen Brocken, womit sie
verbrämet war, achte weggelassen, so wie wir gemeiniglich die lateinische
Gelehrsamkeit des schwarzen, und die Flüche des grünen Mannes zu unterdrücken
pflegen. Wir konnten nicht wohl umhin, dem Leser ein merkliches Beispielchen zu
geben, dass das schwarze Genie lügen konnte als wenn es gedruckt wäre, und in
welche endlose Länge er, der sich selbst gar zu gern hörte, seine Reden
auszuspinnen pflegte, wo ers irgend durfte. Der grüne Mann aber, der nicht wie
unsre Leser in des Ludimagisters Wahrhaftigkeit Misstrauen zu setzen befugt war,
hörte diese lange Legende aufmerksam an, tät darauf seinen Mund auf, und hub
an, den Pechdrat seiner Gegenrede zu drehen, wie folgt:
    Es ist leider mehr als allzuwahr, mein werter Herr Lekter, dass hier zu
Lande andre Mariten besser geästimiret werden, als Gelehrsamkeit. Aber da ein
Gelehrter billig ein Kospolit sein muss, so wollt ich Sie wohl raten, nicht auf
dieses Land zu sehen, sondern auf die Welt. Die muss darum nichts zu kurz kommen,
weil das Land, worin Sie leben, noch nicht kulturiret ist. Sie müssen Ihr
gelehrtes Werk drucken lassen ...
    »Das will ich ja eben gern, Herr Pfrieme! Sie kapirten mich nicht. Aber da
steckt eben der Knoten, dass ich nicht weiß, wo? Und weit von hier das wäre meine
Sache nicht; dazu habe ich meine aparten Ursachen.«
    Was? wissen Sie da keine Mauen anzusetzen? Da müsste doch Rat zu werden.
Wissen Sie was, Herr Lekter? Vielleicht kann ich Sie darunter dienen, und das
sollte mir ein wahres Plasir sein.
    - Im Vorbeigehen gesagt: kein Mensch war bereitwilliger zu Diensterbietungen
als der seidene Schuster, aber kein Mensch war träger zu Dienstleistungen. Seinen
alten wackelöhrigten Karrengaul, seinen Geldbeutel, sein Haus und - seine Kinder
dazu, alles was er hatte, bot er vornehm an, wenn er wusste, dass man - nichts
brauchte. Fasste man ihn aber ja beim Worte, so war das Ross vernagelt, oder in
andern Fällen eine eben so passliche Ausflucht bei der Hand, es wäre denn etwa,
dass er mit der Wurst nach dem Schinken
