 ist eine herrliche Sache um einen tüchtigen Dragoman!
    Ich bin - denn was gehen mich im Grunde die Dragomans an? reden wir lieber
von andern Dingen. - Ich bin jetzt mehr als jemals der Meinung, dass der schöne
Alcibiades ein gescheuter Kopf war. Damals, wie ich noch unter den Händen meiner
Orbile, die Gott selig haben wolle! die klassischen Autoren manch schönes mal
zum Henker wünschte, wollte mir das Ding nie einleuchten, dass ein Hundeschwanz
je eine erhebliche Sache für eine ganze Republik, für die gesittetste,
witzigste, urbaneste, gelehrteste, weiseste - ja, weiseste sag ich; es ist kein
Druckfehler; - Stadt unter der Sonne sein könne. Ich war ein ernsthafter Junge,
und hatte, wie mans von einem Burschen, der die Welt nur aus einigen Büchern
kennt, nicht anders erwarten kann, eine herrliche Meinung von dem
Menschengeschlecht, und große Hochachtung vor demselben. Es tut mir leid, dass
Erfahrung und Menschenkenntnis diese Meinung und Hochachtung um sehr viele
Oktaven herabgestimmet haben, denn es war mir damals viel besser zu Mute, so
leicht ums Herz, so warm in der Brust, als mir nie wieder sein wird! nie wieder
sein kann! Wie teuer kommt mir dies arme bisschen Erfahrung und Menschenkenntnis
stehen! - - Jetzt brauchts keines Hundeschwanzes mehr. Weisheit und Bildung sind
so hoch gestiegen, dass ein Mückenfuss, und weniger als ein Mückenfuss - denn der
ist doch immer ein Geschöpf Gottes - dass ein unbedeutendes Ding von Roman schon
hinlänglich ausreicht, den gefährlichen Teil des Publikum zu beschäfftigen.
Fast hätt ich Lust, Sultan zu werden! Traun, es muss eine herrliche Sache sein,
sehr schmeichelhaft für den Stolz eines Mannes, über so edle, wichtige, weise
Geschöpfe zu herrschen.
    Hör, lieber Sultan, ich bin - nicht Dein Sklav, sondern ein Mann, ders gut
mit Dir meint ; und ich halte Dich für weise genug, einen guten Rat annehmen zu
können. Und wenn Dein Mufti und alle Imans, Derwische, Fakirs und Kalenders, so
viel ihrer in Deinem Reiche sind, toll darüber würden, und Dein Janitscharenaga
die Gelbesucht davon bekäme, so kehre Dich nicht dran, sondern gib jedem, ders
nur fodert, Deinen Firman zu Anlegung einer Buchdruckerei, und leide dann nicht,
dass die Pressfreiheit, die Du, nach dem weisen Beispiele des Dänischen,
Preussischen, und andrer Monarchen, erlauben wirst, im mindesten gekränket werde.
Du glaubst nicht, welch ein nützliches Ding Pressfreiheit für euch Monarchen sei!
aber versuchs ein Jahr oder zehn, und Du sollst mirs danken. Sieh, ich will mich
spiessen lassen, wenn je ein Sultan von den Janitscharen detronisirt wird, so
bald ihr Sultane die Druckereien einführet und
