 und tausend Jahren die
Zünfte der Buben und Gecken so ganz aussterben werden, dass nicht in jedem
kleinen Städtlein noch so viel übrig bleiben sollten, als nötig sind, jede
Schellenkappe, die in meinem Buche vorkömmt, wohl mehr als Einem Kopfe anpassen
zu können.
    Ich wundre mich auch nicht, dass die Herren sich versichert hielten, mein
Buch sei dort im Städtel geschrieben, und es ist mir lieb um des Städtels
willen; denn (wiewohl mirs leid täte, wenn ein Unschuldiger jenen Herren bis
jetzt an meiner Stelle zum Sündenbock gedienet hätte) es kann immer für einen
Beweis gelten, dass es in dem Oertlein einen Mann gibt, der im Stande ist, ein
leidliches Buch zu schreiben. - Und dass ich mein Buch wenigstens für ein
leidliches Produkt halte, wird mir wills Gott niemand verargen; denn wahrhaftig,
ich müsste noch unverschämter sein, als meine Kommentatoren, wenn ichs für
schlecht hielte, und es dem ungeachtet dem Publikum vorlegte. Zudem bin ich mir
bewusst dass ich es so sorgfältig gearbeitet habe, als ich nach Maassgabe der
Umstände konnte, und so gut als ich durfte. - Um aber doch die Herren von ihrem
Irrtum zu heilen- und zu Steuer der lieben Wahrheit, für deren Freund und
Verehrer ich mich hiermit öffentlich und feierlich bekenne, sei hiermit jedem
Anekdotenjäger, litterarischer Neuigkeiten Notizfabrikanten, u.s.w. kund und zu
wissen, dass mein Buch nicht in Schwaben geboren sei, sondern dass ichs hier,
mitten unter dem frohen Haufen meiner Kinder, an meinem Pulte, in meinem Hause,
belegen in der Stadt Itzehoe im Lande zu Holstein, elaboriret habe; in welcher
Stadt man über mein Büchlein vor meinen Augen und Ohren wohl so liebreich
kommentiret hat, als im Oertlein zu Schwaben, und wahrscheinlich in jedem Orte,
wo man meinem Freunde Siegfried die Ehre tat, ihn kennen zu lernen. Zwar kann
ich nicht leugnen, dass ein weit größeres Teil meines Siegfriedbüchleins, als
ich dem Publikum in diesen beiden Bändchen mitteile, bereits unter meinen
Papieren lag, als ich noch an den Ufern des Guttalus lebte; aber in Schwaben ist
kein Tittelchen, weder von dieser, noch von irgend einer meiner übrigen
Schriften empfangen oder gar geboren. Mein Beweis ist ganz simpel: Zeitlebens
bin ich mit keinem Fuße nach Schwaben gekommen. Ich weiß sogar von Schwaben sehr
wenig, weiß nicht, wie weit Burlefingen von Grimmelfingen entlegen sei, weiß
nicht, ob Rabiosus Recht oder Unrecht habe, und schäme mich gar nicht, diese
meine Ignoranz frank und frei zu gestehen, da ich zwanzig tausend weit
gepriesenere Dinge weder weiß noch wissen mag, noch zu wissen brauche; da ich
reiste, um Erfahrung und Menschenkenntnis zu sammeln und meines Berufs zu
warten
