 so laut, dass ich, zu Handhabung der Gerechtigkeit, bei
nächster Gelegenheit doch wohl einmal nachsehen muss, ob nicht ich irgend etwas
mit ihnen zu teilen habe? - und wäre das der Fall, so wünsch ich herzlich, es
möge das, was auf ihr Part kommen wird, ihnen keine Indigestionen verursachen.
    Aber vielleicht amüsirt es Deine Majestät und befördert Dir die Digestion,
wenn ich Dir das Döhnchen wenigstens zum Teil erzähle. Und weil es leichtlich
zu Etwas gut sein kann, wenn du an dem Tage, da Dir diese meine renovirte
Dedikation zu Gesichte kommt, gut verdauest - sollte Dir auch nur ein von allen
Menschen und Freunden verlassner oder unterdrückter armer Teufel (traue das
meiner Weltkenntnis, die ohne Zweifel, so gering sie ist, ein bisschen mehr
umspannt, als die Weltkenntnis aller Sultane zusammen genommen, solchen Leuten
bist Du die mehrste Aufmerksamkeit schuldig, weil die Großen und Reichen schon
für sich selbst sorgen werden, und die Dummköpfe und Schurken vom Himmel
versorgt zu sein pflegen;) ein Memorial präsentiren, oder ein von Buben
kommentirter Autor ein Buch dediciren - so tät ich Sünde, guter Sultan, Deiner
Hoheit das Geschichtchen vorzuentalten. Ich erzähle Dirs übrigens ohne allen
Eigennutz, und will eben nicht, dass Du mich aus Dankbarkeit, dass ich Dich zu
amüsiren suche - denn ich weiß, ihr Sultane seid sehr erkenntlich - zum Bassa
von einem Vierteldutzend Rossschweifen ernennest, wie weiland einer von Deinen
glorwürdigen Vorfahren dem Bassa Bonneval tät, der ihn - eben nicht amüsirte.
    Dass ein saubergebundnes Exemplar meines Büchleins nach Konstantinopel kam,
war nun wohl kein Mirakel, weil mein damaliger Verleger Deiner Majestät das
Dedikationsexemplar zugefertiget hat. Aber, wie sich mein Werkchen in die Hände
gewisser Schwäbischer - Leser verirret haben mag, das würde mir vielleicht in
eben dem Maße zu rund sein, als diesen - Lesern meine Schrift, wenn ich mich
nicht ein wenig besser aufs Quadriren verstände, als diese Leutlein auf Bücher.
Doch, im Grunde verschlägt mir das auch nichts; und gesetzt auch, es läge mir so
viel an diesem Wie? als meinem Nachbar, so findet sich wohl an einem andern Orte
Gelegenheit davon zu reden. Genug, mein Büchlein kam durch Vorschub einiger
Leute, die was bessers hätten tun mögen, als ihr ohnedem schon vollgerütteltes
Sündenmaass zugleich mit dem der armen Sünder im Schwäbisschen Kraise zu häufen,
vermutlich unter einer Partei kontrebander Waren, in jenen Winkel des Landes
zu Schwaben.
    Nun residirten unter dem Tore des Oertleins ein kleines winziges Ding von
Visitaterchen, und ein großer Lümmel von Torschreiber. - Umgekehrt wär's besser
gewesen: aber es war nun so. Dieser mochte Kammerdiener bei einem
Deutschfranzosen gewesen sein, denn er französirte excellent. Jener, das
