 das, Kinder, und richtet euch danach: es wird euch nicht gereuen. Unser armer Robinson dachte also lange hin und her, was er doch nun wohl für eine Arbeit wieder vornehmen könnte, um nicht müßig zu sein; und was meint ihr wohl, auf was für eine er endlich verfallen sei?
Johannes. Ich wüste wohl, was ich gemacht hätte!
Vater. Nun, lass doch hören!
Johannes. Ich hätte die Lamafelle gerben wollen, damit ich nicht nötig gehabt hätte, sie so rau am Leibe zu tragen. Das musste doch sehr unbequem sein in einem so heißen Lande!
Vater. Und wie hättest du denn das anfangen wollen?
Johannes. O ich weiß wohl, wie die Lohgerber es machen! Wir haben 's ja gesehen!
Vater. Nun?
Johannes. Erst legen sie die rauen Häute einige Tage ins Wasser, dass sie recht durchweichen. Hernach kriegen sie sie auf den Schabebaum und fahren mit dem Streicheisen darüber her, um das eingezogene Wasser wieder heraus zu reiben. Dan salzen sie die Felle ein und bedecken sie, dass die frische Luft nicht dazu kommen kann. Das nennen sie die Felle in die Schwize bringen: denn da fangen sie ordentlich an zu schwizen, wie ein Mensch, der stark arbeitet. Danach können sie die Haare mit dem Streicheisen abschaben. Wenn das geschehen ist, so legen sie die Felle in die Treibfarbe, die aus Birkenrinde, aus Sauerteig und aus einer saueren Brühe von Eichenrinde gemacht wird. Endlich werden diese Felle in die Lohgrube gelegt, und mit einer Brühe übergossen, die auch aus Eichenrinde gemacht ist; und davon werden sie denn völlig gegerbt, oder gar gemacht.
Vater. Gut, Johannes; aber erinnerst du dich auch noch, was das eigentlich für Leder wird, das der Lohgerber auf diese Weise bereitet?
Johannes. Ja, so was, das man zu Schuhen, zu Stiefeln, und zum Pferdegeschirre braucht.
Vater. Also Leder, welches nicht so geschmeidig zu sein braucht, als dasjenige, was wir zu Beinkleider, zu Handschuhen und zu so etwas brauchen?
Johannes. Nein!
Vater. Und wer bereitet denn das?
Johannes. Das tut der Weissgerber; aber dessen seine Werkstat haben wir ja noch nicht gesehen.
Vater. So ging es Robinson auch; er hatte weder des Lohgerbers noch des Weissgerbers Werkstat jemals besucht; und daher kont' er es weder dem Einen, noch dem Andern nachmachen.
Diderich. Wie macht es denn der Weissgerber?
Vater. Anfangs eben so, wie der Lohgerber, nur dass er die Felle nicht durch Lohe oder Kalk (denn den brauchen die Lohgerber auch) sondern durch warmes Wasser, mit Waizenkleie und Sauerteig vermischt,
