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ich muss es nur sagen, es verdross mich, dass sie von der Redlichkeit meines
Bruders sagten, und von der ihrigen, und dann von mir dachten das Versprechen:
es wird euch nicht reuen! werd mich gleich alles her erzählen machen, was ich
von der armen Frau wisse! Hirt! gebt mir eure Hand! Ihr seid ein eben so braver
Mann als euer Bruder! Die Anliegenheiten eurer Freunde sind euch also nicht um
Geld feil; aber, ich meinte es nicht so, sondern ich wollte euch die Sorge
nehmen, als ob der Frau Leid geschehen könnte, wenn ihr was von ihr sagtet;
denn, sehr! ich möcht ihr helfen; aber, ich muss doch wissen wie? Die Mutter,
Herr Amtschreiber, wird keinen Menschen mehr viel kosten! der hilft Gott, denn
sie ist ausgezehrt, wie ein Marterbild und geht dem Himmel zu. Aber dem Kinde!
nun das wird dem gewiss vergolten, der es tut. Ich hab den Gottes Lohn verdienen
wollen aber, der arme Bube ist mir so lieb, dass ichs ihm gern gönne, wenn es ihm
besser geht.
    Guter Mann! Ihr sogt mir alles, nur das nicht, was ich wissen möchte. Lieber
Herr Amtschreiber! ich glaub, sie wissen schon Alles, was man ins Protokoll
gesetzt hat, und was kann da ein armer gemeiner Mann gegen ein Amtsurtel sagen,
wo noch dazu ein Reicher einen Eid geschworen hast Hirt! Soll ich jetzt auch böse
werden, weil ihr über die Amtsurtel so verdächtig redt? Er schien etwas
betreten, fasste sich aber gleich: Verzeihen sie mir Herr- Amtschreiber, aber,
der Eid von einem reichen Manne und ein Amtsurtel sind Schuld dass ich Hirt bin;
und sind Schuld, dass die Frau im Spital stirbt, da ist eins zum andern gekommen,
und hat mir warm gemacht! Ich erkannte in allem was er sprach und an seiner
Miene einen vernünftigen und entschlossenen Mann, und verlangte von ihm die
Geschichte seines Lebens und die, von der armen Frau; er möchte mich dagegen
auch fragen was er wollte, ich würde ihm nach der Wahrheit antworten. Herr! Sie
sind ein neuer Schlag von Amtschreibern, Wenn es vor sechs und zwanzig Jahren so
einen gegeben hätte, aber was nutzts daran zu denken! Gott hat es so haben
wollen, dass mein Vater und Osan Schultheiß und ich Hirt sein soll; es ist gut,
recht gut, wenn alles im Gewissen ruhig ist. Ein redlicher Hirt in unserm Dorfe
und dem kleinen Spital, der den armen Kranken ein Wort von Gott und Christo den
Herrn zu reden und vorlesen kann, ist auch was wert, und den Bauern ist an
ihren Kühen eben so viel
